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INTERVIEW

Die Studierenden hätten in der Corona-Krise oft den Eindruck, nicht recht gesehen zu werden, sagt der Bildungs- und Wissenschafts-Journalist Armin Himmelrath. Wenn Medien in der Corona-Krise auf das Bildungssystem blicken, würden vor allem die Schulen und die Kitas zum Thema. Die Universitäten seien dagegen aus dem Fokus geraten.

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Das gemeinsame Zusammensitzen und die Köpfe-Rauchen-lassen, die Grenzen überschreiten zwischen dem „formalen Lernen im Seminar und dem Diskutieren bei Bier oder Kaffee“, das alles finde derzeit nicht mehr statt.

Das größte Problem für Studierende sei also, dass es das soziale Zusammensein im Hochschulraum nicht mehr gebe, so Armin Himmelrath.

Die ökonomische Lage von Studierenden sei sehr angespannt — zwei-Drittel der Studierenden benötigten einen Nebenjob, um über die Runden zu kommen. Auch deshalb verschärfe die Corona-Krise die bestehenden Ungleichheiten unter den Studierenden.

Diese Umstände sorgten für „Angst, Verunsicherung und Frust“ und befördere den Eindruck der Studierenden: „Wir werden nicht gesehen.“

Hochschule Studieren in der Corona-Pandemie

Keine Vorlesungen an der Uni, keine Lerngruppen, keine Partys: Viele haben sich ihr Studium anders vorgestellt. Hinzu kommen Geldsorgen und der Druck, sich trotzdem zu motivieren.  mehr...

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Tagesgespräch Bildungsministerin Karliczek: "Gut ausgebildete junge Leute werden nach der Krise wieder händeringend gesucht!"

Zum Start des Sommersemesters an den Hochschulen hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) betont, dass die Hochschulen bislang gut durch die Pandemie gekommen seien. Das liege an ihrer technischen Ausstattung und daran, dass die Hochschulen Erwachsene unterrichteten, sagte Karliczek im SWR Tagesgespräch. Bislang sei nicht erkennbar, dass durch Corona die Zahl der Studienabbrecher gestiegen sei.
Karliczek verwies auf Unterstützung wie verlängertes Bafög, Überbrückungshilfen und den KFW-Studienkredit. Studierende bekämen zudem länger Bafög, wenn wegen der Pandemie ein Semester nicht wie geplant stattfinden konnte.
Die Bundesbildungsministerin geht nicht davon aus, dass sich Studierende Sorgen über ihre beruflichen Perspektiven machen müssen: "Sobald die Krise vorbei ist, werden wir sehen, dass das Thema Fachkräftemangel wieder eine große Relevanz bekommt und gut ausgebildete junge Leute werden demnächst wieder händeringend gesucht." Deswegen werbe sie dafür, das Studium in der Regelstudienzeit zu beenden.  mehr...

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Glosse Komposition studieren in der Krise

„Wenn wir jetzt nicht konkret direkt zeigen, was und wen wir alles verpassen, dann werden wir es vergessen!“, sagt Gordon Kampe und berichtet von den Projekten aus seiner Kompositionsklasse. Manche Studierende hat der Professor bisher nur digital kennengelernt, doch die Musik erzählt von ihrem Menschsein.  mehr...

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