Gespräch

Helmut Baur, Bundesverband mittelständische Wirtschaft, zum Wirtschaftsgipfel in Berlin: „Wir brauchen eine Perspektive“

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"Das sind Zahlen, die lassen einen wirklich erschaudern"

„Die Situation ist für viele Unternehmen sehr dramatisch“, sagt Dr. Helmut Baur, Geschäftsführer der Binder-Optik GmbH in Böblingen und Vorstand im Bundesverband für die mittelständische Wirtschaft, in SWR2 am Morgen. „Es ist natürlich auch unterschiedlich in den einzelnen Branchen. Bekleidung, Textilien, da sehen Sie 45 % der Unternehmer vor dem Aus. Schuhe, Lederwaren ist genauso katastrophal, Sportartikel: 50% der Unternehmen sehen sich vor der Insolvenz gestellt, Spielwaren: 33%. Also das sind Zahlen, die lassen einen wirklich erschaudern“.

Zahlreiche Insolvenzen befürchtet

Auch Kleinunternehmen hätten alle große Existenzängste. Die Corona-Hilfsprogramme der Bundesregierung würden in keiner Weise ausreichen, seien auch viel zu bürokratisch, kämen oft erst nach Wochen oder Monaten an und dadurch sei die Zahlungsfähigkeit der Unternehmer stark gefährdet.

Baur befürchtet zahlreiche Insolvenzen und damit auch die Arbeitslosigkeit vieler in mittelständischen Betrieben beschäftigter Menschen. Und der Unternehmer bedauert sehr, dass Kanzlerin Merkel bei dem Wirtschaftsgipfel nicht teilnimmt. Sie habe leider bisher wenig Interesse an der Wirtschaft gezeigt. Dabei sei jetzt eine verbindliche Perspektive für die Wirtschaft ganz wichtig.

Als Reaktion auf große Kritik hat Wirtschaftsminister Peter Altmaier für den 16.2.2021 mehr als 40 Verbände zu einem Wirtschaftsgipfel nach Berlin eingeladen.

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Eigentlich wäre in dieser Woche traditionell der Winterschlussverkauf gestartet. Doch der Corona-Shutdown macht auch diesem für die Modewirtschaft finanziell so willkommenen Shopping-Ereignis den Garaus. Verkauft wird Kleidung gerade - wenn überhaupt - nur noch Online, und das anders als sonst. Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie leidet und erste Mode-Designer schlagen Alarm: Sie fürchten die Pleite.  mehr...

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