Gespräch

Wie der Corona-Lockdown Kinder und Jugendliche belastet: Der Dauer-Schwebezustand nervt

STAND
INTERVIEW

Fast ein Drittel aller unter 18-Jährigen zeige Auffälligkeiten wie Angst- oder Essstörungen, Depression, ADHS oder Zwangshandlungen wie Untersuchungen ergäben, erklärt die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Hanna Christiansen im Gespräch mit SWR2. Vor der Pandemie haben die Zahl bei nur 18 Prozent gelegen.

Audio herunterladen (7,7 MB | MP3)

Auffällig sei auch, dass sozial schwächere Familien stärker betroffen seien, so die Professorin, die an der Uni Marburg forscht. Wichtig seien auch die Wohnverhältnisse — ob es einen Balkon oder einen Garten gebe: „Beengte Wohnverhältnisse erhöhen die Konflikte und da sind es oft die Kinder, die leiden“, so Christiansen, die an der Philipps-Universität Marburg Kinder- und Jugendpsychologie lehrt. Das größte Problem aber sei die ungewisse Dauer des Lockdowns. Wenn klar sei, wann die Maßnahmen beendet würden, könne man sich das einteilen.

Ihr Appell an die Politik: „Es ist ganz wichtig, dass es eine klare, transparente Kommunikation gibt.“ Auch ein „Kindergipfel“, bei dem sich die Politik anhöre, was Kinder und Familien wollten, sei sinnvoll. Eltern rät sie: „Eine Familienkonferenz machen — alle setzen sich an einen Tisch, damit man gemeinsam den Tag strukturiert.“ Eltern, die sich mit der Situation überfordert fühlten, sollten Beratung in Anspruch nehmen: „Lieber einmal zu viel Hilfe holen, als zulange warten — das ist auf jeden Fall besser.“

Pandemie Welche Corona-Zahlen sind bei Omikron aussagekräftig?

Die Corona-Infektionszahlen sind so hoch, dass die Gesundheitsämter mit dem Melden nicht hinterherkommen. Wie aussagekräftig ist die 7-Tage-Inzidenz noch? Welche Zahlen wären besser, um die Corona-Lage einzuschätzen? Ist die Priorisierung von PCR-Tests problematisch?
Ralf Caspary im Gespräch mit SWR-Datenjournalist Johannes Schmid-Johannsen  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

Pandemie Wie China versucht, Corona-Ausbrüche zu kontrollieren

Vor zwei Jahren hat das Coronavirus die chinesische Region Wuhan als erstes getroffen. Nach striktem Lockdown sind die offiziellen Corona-Zahlen dort sehr niedrig. Was in Wuhan bleibt: Stolz, das Virus verbannt zu haben und ein Kinofilm, der Corona-Helden feiert.  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

Medizin Corona-Studie: Pandemie-Babys sind entwicklungsverzögert

Im ersten Lebenshalbjahr schneiden laut einer US-Studie Babys, die in der Pandemie geboren wurden, in Fein-, Grobmotorik und sozialen Fähigkeiten schlechter ab, als vor Corona geborene Babys. Schuld könnte der Corona-Stress der Mütter sein.  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

STAND
INTERVIEW