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„Weltweit bedeutendstes“ Ethnologisches Museum eröffnet vollständig: Ostflügel des Humboldt-Forums freigegeben

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Frauke Oppenberg

Mit nochmal 16.000 Quadratmetern Fläche kommt im Humboldt-Forum in diesen Tag nochmal ein echter Brocken der ethnologischen Forschung zum ohnehin schon umfangreichen Museum, dass erstmals 2021 öffnete. Die Fertigstellung des Museums stellte die Macher dabei jahrelang vor große Probleme, sagt Journalist Nikolaus Bernau: „Die Architektur des Gebäudes ist irrwitzig sperrig. Die Architekten rund um Franko Steller haben kein modernes Museum entworfen, sondern sie haben Räume hinter einer barocken Fassade gestaltet. Und das widerstrebt ununterbrochen dem Zweck dies Gebäudes"

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Trotz der Kritik lohnt ein Besuch unbedingt

Hinzu kommt, dass die Debatte um Kolonialismus bei der Planung des Museums vor 15 Jahren noch keine Rolle gespielt hatte. Hier mussten die Macher komplett umplanen.

Dass viele Sonderflächen leer stehen, liegt laut Bernau schlicht am fehlenden Geld. „Der Bund war sehr generös was die Baukosten anging und halb generös was die Ersteinrichtung anging. Aber hat kein Geld für den dauernden Betrieb zur Verfügung gestellt und da muss wirklich nachgearbeitet werden.“ So sind wegen des Budgets ganze Räume gestrichen worden, wie die Darstellung der arktischen Kulturen, anhand derer man eigentlich den fortschreitenden Klimawandel hatte nachzeichnen wollen.

Trotz der Kritik lohne sich der Besuch des Humboldt-Forums unbedingt. „Die Sammlung ist durch keine Inszenierung zu erschlagen, auch nicht durch die schlechte Architektur des Gebäudes. sie ist schlicht sensationell!“

Kulturmedienschau Vom Komiker zum Präsidenten und das Humboldt-Forum zur Spendendebatte | 23.11.2021

Diener des Volks heißt die Serie, mit der der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskji berühmt geworden ist: in der Serie spielt er einen Geschichtslehrer, der plötzlich Präsident wird. So ähnlich ist es Selenskji als Komiker ergangen.
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Das Reliefmedaillon wurde mittlerweile entfernt und die Stiftung hat zugesichert, sich alle namentlich bekannten Spender, die mehr als 100 000 Euro gegeben haben, näher anzuschauen. Jetzt spricht Hartmut Dorgerloh, Generalintendant des Humboldt-Forums, über die Angelegenheit.  mehr...

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