Gespräch

Welttag der humanitären Hilfe: 300 Millionen Menschen benötigen Unterstützung

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Frauke Oppenberg

Anfang der 2000er Jahre sei humanitäre Hilfe in Höhe von etwa zwei Milliarden Dollar geleistet worden. Heute seien es 40 Milliarden. Das zeige, wie groß der Hilfsbedarf inzwischen sei, sagt Ralf Südhoff, Direktor des Centre for Humanitarian Action, anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe am 19. August in SWR2.

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Das meiste Geld fließt in Kriegs- und Konfliktgebiete

Über 300 Millionen Menschen werden dieses Jahr humanitäre Hilfe und Schutz benötigen, schätzten die UN Ende Juni. 80 Prozent der Hilfen flössen in Länder, in denen Kriege und religiöse Konflikte tobten, sagt Südhoff.

Beispiele seien neben der Ukraine der Bürgerkrieg im Jemen und Afghanistan, wo die Wirtschaft auch infolge der westlichen Sanktionen komplett zum Erliegen gekommen sei.

Es wird viel mehr Geld gebraucht als verfügbar ist

Gleichzeitig ist die Lücke zwischen dem Finanzbedarf und den bereitgestellten Mitteln so groß wie nie zuvor. Das gebe Anlass zu großer Besorgnis. Die deutsche Hilfe gelte dabei international als altruistisch und sei nach einer aktuellen Umfrage hoch anerkannt, so Südhoff.

Deutschland ist mit über 2,5 Mrd. Euro zweitgrößter Geber der humanitären Hilfe weltweit. Demgegenüber habe Großbritannien seine Hilfen massiv gekürzt und die USA unter der Präsidentschaft von Donald Trump ihre Hilfe massiv instrumentalisiert.

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Der erste humanitäre Einsatz in einem postkolonialen Krieg in Afrika ist heute umstritten: Ließen sich die Helfer instrumentalisieren?  mehr...

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Dr. Bernd Bornhorst - Vorsitzender des Verbands "Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe" in Berlin sowie Leiter der Abteilung "Politik und Globale Zukunftsfragen" beim katholischen Hilfswerk "Misereor"
Prof. Dr. Thomas Kesselring - langjähriger Experte für ethische Perspektiven in der Entwicklungshilfe, Universität Bern
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