STAND
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Die Proteste gegen das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ haben wenig zu tun mit den Anti-Corona-Demonstrationen, findet die Publizistin Julia von Staden. Man könne nur feststellen, dass es in der Landeshauptstadt eine sehr protest- und demonstrationserfahrene Bevölkerung gebe.

Wichtiger ist für von Staden: „Gegen S21 war das protestleitende Motiv die ökonomische Orientierung, jetzt geht es im Grunde im Sinne der Wirtschaft.“ Die Autorin des Buchs „Stuttgart 21 – eine Rekonstruktion der Proteste“ entdeckt bei den Kundgebungen gegen die Beschränkungen in der Corona-Pandemie „im Kern etwas Unsolidarisches – das ist sehr überraschend für mich.“

Bei den Demonstrationen gegen S21 habe es einen großen Willen zu Sach- und Fachinformationen gegeben: „Jetzt ist da eine Entwicklung zu fragwürdigen Quellen,“ so von Staden im Gespräch mit SWR2. In den Versammlungen auf dem Stuttgarter Wasen liege aber prinzipiell auch eine Chance, denn in Diskussionen verorteten sich die Menschen auch neu.

Julia von Staden hat das Buch "Stuttgart 21 – eine Rekonstruktion der Proteste. Soziale Bewegungen in Zeiten der Postdemokratie" geschrieben, das im Mai 2020 erschienen ist.

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