Gespräch

Warum Einsamkeit an Weihnachten besonders schmerzhaft ist

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Das Kunstwort „mütend“ beschreibe gut, wie sich viele Menschen nach bald zwei Jahren Pandemie fühlten, „müde“ und „wütend“, glaubt Ulrich Lilie. Der Präsident der Diakonie Deutschland ist überzeugt, das Gefühle der Einsamkeit gerade während der Weihnachtstage besonders stark empfunden werden.

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Weihnachten als Seismograph für Veränderungen im Leben

Weihnachten sei „ein biographisches Fest“, mit vielen prägenden Lebenserfahrungen. Ulrich Lilie: „Zum ersten Mal Weihnachten feiern mit einem Kind auf dem Arm ist etwas anderes als ein Weihnachten zum ersten Mal ohne den vertrauten Menschen an meiner Seite, den ich verabschieden musste, weil er gestorben ist.“ Weihnachten sei daher „ein Seismograph für alles das, was sich in meinem Leben verändert hat“.

Briefe schreiben als möglicher Ausweg

Zugleich werde in der Pandemie unverändert oft die Situation von Kindern und Jugendlichen unterschätzt. Sie litten oft nicht nur selbst unter der Isolierung, sondern auch unter ihren Eltern, wenn diese mit der Krise nicht zurechtkämen.

Briefe zu schreiben können anderen in ihrer Einsamkeit helfen und sei ein wunderbares Signal, sagt Ulrich Lilie. Einsamen rate er, sich aus dem Kokon herauszubewegen, in den man hineingeraten sei, auch selbst wieder unter Menschen zu gehen. Mit Johann Hinrich Claussen ist Ulrich Lilie Verfasser des Buchs „Für-sich-sein. Ein Atlas der Einsamkeiten“

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