Gespräch

Waldbrände im Mittelmeerraum – Nutzung macht Landschaft brennbarer

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Unmittelbare Ursache für die verheerenden Waldbrände im Mittelmeerraum ist die Großwetterlage, nicht der Klimawandel. Das erklärt der Feuerökologe Johann Georg Goldammer vom Max-Planck-Institut Freiburg im Gespräch mit SWR2. „Da ist es vor allem wichtig, dass die Luft nicht nur warm und heiß, sondern auch sehr trocken ist“, so Goldammer wörtlich zur enormen Ausbreitung der Brände.

Der Experte verweist zudem auf die geänderte Landnutzung. Es handele sich um Flächen, die bis vor kurzem für Intensivlandwirtschaft genutzt worden seien und wenig brennbar waren. Durch die Landflucht der Bevölkerung unterlägen sie jedoch einer „ökologischen Sukzession“; Büsche und Bäume seien gewachsen. „Das macht diese Landschaft sehr viel brennbarer“, gibt Goldammer zu bedenken.

Grundsätzlich sieht der Waldbrandexperte die Einsatzkräfte in Griechenland, Türkei und Italien gut ausgerüstet für Feuerkatastrophen. Doch sei deren Zahl dieses Jahr einfach zu groß. Ähnliches gelte auch für Deutschland, wo man auf die Warnsignale des Jahres 2018 reagiert habe. „Die haben sich in den letzten Jahren doch schon besser vorbereitet“, meint Goldammer über die Bemühungen des Katastrophenschutzes. Für Extremsituationen gelte das jedoch nicht, warnt er: „Wenn wir nochmal solche Trockenlagen bekommen, dann werden wir schon Probleme haben“.

Prof. Johann Georg Goldammer war der erste europäische Professor für Feuerökologie. Er leitet das Global Fire Monitoring Center und die Arbeitsgruppe Feuerökologie am Max-Planck-Institut für Chemie an der Universität Freiburg.

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