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Der Sturz der Statue des Sklavenhändlers Edward Colston in Bristol 2020 habe den Black-Lives-Matter-Protesten — die wie in Deutschland auch in Großbritannien stattfanden — nochmal mehr Gewicht verliehen, meint Mirjam Brusius, Wissenschaftlerin am German Historical Institute London. Am Strafgericht von Bristol beginnt nun 2021 der Prozess gegen vier Black-Lives-Matter-Demonstrant*innen, die an dem Sturz beteiligt gewesen sein sollen.

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„Es werden seither in Großbritannien zahlreiche weitere Mahnmale abgebaut — nicht zuletzt um Protestierenden zuvorzukommen“, erklärt Brusius. „Solche Mahnmale verbildlichen auch, dass es bisher als angemessen empfunden wurde, Sklavenhändler zu verehren. Und viele Städte realisieren jetzt eben, dass ihr Reichtum wie der von Bristol auf einem System der Ausbeutung basiert", so die Historikerin.

Prozess ist ein Schlag ins Gesicht vieler Brit*innen

Und die Geschichte sei bisher wenig aufgearbeitet worden, denn es gäbe kaum die Perspektive der Kolonisierten oder eine Perspektive des Widerstands. Dieser Prozess sei vielmehr ein Schlag ins Gesicht für viele, vor allem, wenn ihm die folgenschwere Ereignisse des Windrush-Skandals gegenüber gestellt werden.

Aufarbeitung des post-kolonialen Machtgefüges tut not

Im Zuge des Windrush-Skandal wurden 2018 viele Menschen aus den ehemaligen Kolonien — vor allem aus Jamaika — die bereits seit vielen Jahrzehnten legal im Land lebten und arbeiteten, plötzlich zu illegalen Einwander*innen erklärt und in die Karibik deportiert. Diese Menschen waren vielfach noch als britische Untertan*innen geboren worden und vor 1973 in das Vereinigte Königreich eingereist.

Dieser Skandal der Regierung sei bislang in keinster Weise aufgearbeitet worden, geschweige denn die dafür Verantwortlichen verurteilt, sagt Brusius.

Kulturmedienschau Denkmalstürze der Black Lives Matter – Bewegung | 16.6.2020

Der Sklavenhändler Edward Colston in Bristol, der brutale Kolonialherr Leopold II. in Brüssel, Christopher Kolumbus und andere in den USA – die Black Lives Matter-Bewegung bringt Statuen von Rassisten zu Fall. Was bedeuten die Aktionen der Denkmalstürmer? Die Debatte in den Feuilletons und im Netz ist international und kontrovers.  mehr...

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Gespräch Magazin Monopol kührt „Black Lives Matter“ zum einflussreichsten Akteur der Kunstwelt 2020

Das Kunstmagazin Monopol veröffentlicht in seiner Dezemberausgabe wieder das Jahresranking der einflussreichsten Persönlichkeiten der internationalen Kunstwelt. Spitzenreiter im Jahr 2020: Die Anti-Rassismus-Bewegung „Black Lives Matter“. „Das ist so einflussreich in diesem Jahr, dass jeder Museumsdirektor sich damit befassen muss“, sagt Monopol-Chefredakteurin Elke Buhl in SWR2.  mehr...

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Gespräch Bernardine Evaristo – Mädchen, Frau etc.

Zwölf Frauen stehen im Mittelpunkt dieses Romans. Die meisten sind schwarz, einige lieben Frauen; sie sind in England geboren oder kamen als Einwanderinnen. Bookerpreisträgerin Bernardine Evaristo, die sich auch als Aktivistin für Schwarze Perspektive in der Literatur versteht, verbindet die Lebensgeschichten ihrer Heldinnen kunstvoll und erzählerisch geschickt. Literaturkritikerin Shirin Sojitrawalla ist tief beeindruckt und wünscht dem Buch viele Leserinnen und Leser.  mehr...

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