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INTERVIEW

Der im Alter von 93 Jahren verstorbene Theologe Hans Küng habe sich in der Tradition der urchristlichen Botschaft — der Nachfolge Jesu, gesehen, so sein Freund und Weggefährte, der Tübinger Theologe Karl-Josef Kuschel in SWR2. „Das führte in vielen Fällen auch zur Rebellion“, so Kuschel.

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„Er sah mit einer Mischung aus Zorn und Verzweiflung, gerade während der letzten Jahre, was aus der Kirche geworden ist“, so der Tübinger Theologe mit Blick auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche.

Kirche verschleudert ihre Glaubwürdigkeit in Skandalen

„Statt eine prophetische Stimme zu sein, Gewissen der Nation, gerade auch im Angesicht der Pandemie, verschleudert sie ihre Glaubwürdigkeit“ — das habe Hans Küng natürlich umgetrieben, erklärt Kuschel.

Der Entzug der Lehrerlaubnis durch Papst Johannes Paul II. 1979 sei für Hans Küng ein Schock gewesen, erinnert sich Karl-Josef Kuschel, der in seiner wissenschaftlichen Laufbahn unter anderem auch Assistent von Hans Küng gewesen war.

Glaube in Auseinandersetzung mit Kritik stärken

Es sei Küngs Ziel gewesen, über die Auseinandersetzung mit der Religionskritik und dem Säkularismus Christsein und Gottesglauben wieder glaubwürdig lebbar zu machen.

Dass er diese Arbeit in einem kirchlichen Lehramt nicht habe fortsetzen können, sei zugleich Auftakt für seinen neuen Weg gewesen, in der Gesamtuniversität und in der Öffentlichkeit zu wirken, sagt der Theologe Kuschel.

Karl-Josef Kuschel gehörte zu den engen Freunden und Weggefährten Hans Küngs. Bis 2013 war er Professor und Akademischer Direktor für Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen.

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