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Verweigerte Coronatests – Wie Eltern die Schulpflicht umgehen

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Präsenzunterricht ist deutschlandweit wieder die Regel - Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ungeimpfte Kinder und Jugendliche sich auf das Coronavirus testen lassen. Es gibt aber Eltern, die die Zustimmung zu den Tests verweigern. Deutschlandweit erscheinen aus diesem Grund mehrere Tausend Kinder nicht im Unterricht.

Warum wollen Eltern ihre Kinder nicht testen lassen? Wie werden diese Kinder alternativ beschult? Und wie gehen Schulen und Behörden mit der aktuellen Situation um? Eine Reportage von Gabriele Knetsch.

Bildung Wie politisch dürfen Lehrkräfte sein?

Darf eine Mathelehrerin Coronaregeln ablehnen, ein Sportlehrer die Antifa bewerben? Demokratiebildung gehört zu Schule. Aber politische Kontroversen müssen verfassungskonform sein.  mehr...

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Gespräch Familien in der Corona-Krise – „Schattenfamilien“ fühlen sich im Stich gelassen

Als „Armutszeugnis für die Politik“ bezeichnet die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl die Probleme von Familien, die sich in der Corona-Krise im Stich gelassen fühlen. Vor einer Podiumsdiskussion mit Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Die Grünen) berichtet Strobl im Gespräch über den Bruch, den das erhöhte Infektionsrisiko ihres Kindes für sie und ihre Familie bedeutete: „Die Welt, wie wir sie vorher gekannt haben, ist komplett zusammengebrochen.“ Über Wochen habe ihre Familie keinen Kontakt mehr zu anderen Familien – und der eigenen – gehabt: „Gerade in der ersten Phase haben wir uns komplett abgeschottet.“
Die Langfrist-Folge sei eine Traumatisierung, die Strobl in den Satz fasst: „Wir leben nach wie vor in der Angst: Was ist wenn...?“ Der Politik kreidet sie es an, dass es keine zuverlässige Statistik gibt über Vorerkrankungen, die eine Infektion begünstigten: „Herz- und Lungenkrankheiten, Asthma, Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck – das sind ja keine absurden Krankheiten.“ Stattdessen schätze man, dass 12 bis 16 Prozent der Kinder derlei Vorerkrankungen hätten.
Angesichts anstehender Öffnungen nach der jüngsten Corona-Welle fordert Strobl flächendeckende Testmöglichkeiten, Impfungen auch für Kinder unter fünf Jahren – und dann Verbesserungen im Bereich von Schule und Kindergarten. „Wir haben das Vertrauen in die Gesellschaft verloren“, sagt sie zu den Folgen mangelnder politischer Unterstützung. Sie meint: „Man hat offensichtlich auf falsche Berater gehört, auf Fake News – Kinder können sich nicht anstecken – die Alten seien die Vulnerablen.“
Die betroffenen Familien seien zu „Schattenfamilien“ geworden, weil sie nicht laut protestiert hätten: „Diese Familien haben auch nicht die Energie, so laut zu sein.“ Dabei übersehe die Politik allerdings: „Was für Schattenfamilien wichtig wäre, das ist auch für Familien ohne Coronainfektion wichtig.“
Natascha Strobl ist Politikwissenschaftlerin in Österreich. Sie hat sich vor allem als Expertin für gewaltbereiten Rechtsextremismus einen Namen gemacht. In die Debatte um die Probleme von Familien in der Corona-Krise hat sich zu Wort gemeldet, weil sie Mutter eines Kindes mit einer Vorerkrankung ist.  mehr...

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Bildung Corona: Die Schulen sollten trotz Omikron geöffnet bleiben

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien, hat sich noch einmal gegen Schulschließungen ausgesprochen. Aus ihrer Sicht sollten sich die Bundesländer auch mit der Frage nach Quarantänezeiten beschäftigen.  mehr...

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Gespräch „Masken sind nicht mehr zumutbar“ – Schulen diskutieren Corona-Lockerungen

Nach zwei Jahren Corona sprechen sich mittlerweile viele Eltern dafür aus, den Kindern in Deutschland den Schulalltag wieder zu erleichtern. „Wir können und wir möchten auch nicht jede Infektion verhindern. Denn gerade im Kindesalter gehen Erkrankungen mit einer geringeren Schwere einher“, sagt Tobias Tenenbaum, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie bei SWR2. Dennoch werde man den Überblick über die Zirkulation von Sars-CoV2 verlieren. Gerade die schweren Infektionen bei Erwachsenen, die auf den Intensivstationen landen, würden dafür sorgen.
Befürworten, dass Kinder sich gezielt durch Ansteckung mit Corona immunisieren, könne Tenenbaum nicht. „Allerdings haben wir aufgrund der Eigenschaften des Erregers gar nicht die Möglichkeit, jede Infektion zu verhindern.“
Impfungen bei Kindern befürworte er, denn die können Kinder beispielsweise vor PIMS schützen „Die entscheidende Frage ist: wie effektiv schützt ein Mund-Nase-Schutz bei Kindern überhaupt. Einen gewissen Beitrag wird er sicher leisten, der Mund-Nasen-Schutz ist eine der wichtigsten Maßnahmen in der Pandemie, aber wir müssen auch die Verhältnismäßigkeit in der Gesamtsituation betrachten und ob sie die Kinder wirklich weiterbringt.“  mehr...

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