Gespräch

Verkehrsexpertin: Sicherer Radverkehr in Städten benötigt viele kleine Schritte

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INTERVIEW
Frauke Oppenberg

Besserer Radverkehr in den Städten sei oft mit unpopulären Entscheidungen verbunden, sagt die Verkehrsexpertin Martina Lohmeier in SWR2. Mehr Platz für Fahrräder bedeute häufig weniger Platz für andere Verkehrsteilnehmende. Beim 60. Verkehrsgerichtstag in Goslar debattieren Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unter anderem darüber, wie der Radverkehr in Städten sicherer werden kann.

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In fahrradfreundlichen Städten wie Freiburg und Karlsruhe gebe es den politischen Willen zu mehr Radverkehr, sagt die Verkehrsexpertin. Dort habe man frühzeitig festgestellt, dass insgesamt zu wenig Leute öffentliche Verkehrsmittel nutzen. "Es werden in diesen Städten nicht die Unmöglichkeiten diskutiert, sondern das, was geht", so Lohmeier.

Veränderungen seien dabei immer nur in kleinen Schritten möglich, müssten aber auch angegangen werden. Voraussetzungen für mehr Radverkehr in den Städten sei vor allem eine sichere Infrastruktur, mehr Platz zum Fahren und Abstellen von Fahrrädern. Erforderlich sei auch ein Rad-Vorrangnetz, Flächen, die vorrangig dem Radverkehr zur Verfügung gestellt werden könnten.

Lohmeier ist Professorin an der Wiesbadener Hochschule RheinMain (HSRM) für Mobilitätsmanagement und Radverkehr.

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