Forum

Verhandeln oder Härte zeigen? - Werteorientierte Außenpolitik in Zeiten des Krieges

STAND

Martin Durm diskutiert mit
Bernd Erbel, Botschafter a.D., Berlin
Dr. Ulrike Franke, European Council on Foreign Relations, London
Prof. Dr. Andreas Heinemann-Grüder, International Centre for Conflict Studies, Bonn

Audio herunterladen (41,8 MB | MP3)

Sechs Monate Krieg in der Ukraine, und niemand weiß, wie es ausgehen könnte.

Man dürfe Putin nicht nachgeben, heißt es in Berlin und in Washington, es gehe schließlich um Freiheit und Demokratie. Reine Gesinnungsethik führe zu nichts, sagen Skeptiker, man müsse verhandeln und für den Frieden auch Kompromisse eingehen.

Wer hat recht? Soll sich Außenpolitik an moralischen Werten orientieren? Oder braucht es kühle Diplomatie, um die Waffen zum Schweigen zu bringen?

Mehr zum Krieg in der Ukraine und seinen Folgen

Diskussion Putins Katastrophe – Will Russland einen Atomkrieg?

Der Krieg um die Ukraine nimmt an Schärfe zu. Nachdem Russland große Gebiete verloren hat, macht der Kreml mobil und droht mit Atomwaffen. Der Osten der Ukraine steht kurz davor, von Russland annektiert zu werden. Die Diplomatie wird von der Dynamik der Ereignisse ausgehebelt. Gleichzeitig versuchen Tausende Russen ihr Land zu verlassen und auf den Straßen zeigen sich erste Proteste. Thomas Ihm diskutiert mit Katja Gloger – Journalistin, Dr. Christoph von Marschall – Journalist, Prof. Dr. Gwendolyn Sasse – Politikwissenschaftlerin  mehr...

SWR2 Forum SWR2

Rettung als Christenpflicht? Die evangelische Kirche und eine ewige Debatte

Die evangelische Kirche beteiligt sich seit zwei Jahren an Missionen zur Seenotrettung und stellte kürzlich einen Millionenbetrag für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung.
Sie will eine flüchtlingsfreundliche Kirche sein – denn die Rettung und Aufnahme Geflüchteter sei eine Christenpflicht. Doch ein Blick in die Flüchtlingsdebatten vergangener Jahrzehnte zeigt, der Protestantismus war sich hier nie einig. Und die Gegenwart stellt die evangelische Kirche zudem vor eine große Herausforderung: Wie können Christen ihrer Pflicht angesichts der vielfältigen Krisen in der Welt noch gerecht werden?  mehr...

SWR2 Glauben SWR2

Gespräch UN-Generaldebatte zum Ukraine-Krieg – Gibt es Hoffnung auf Lösung?

„Es hat sich eine gewisse Ukraine-Müdigkeit breit gemacht in der Generalversammlung“, sagt Manuela Scheuermann, Professorin für internationale Beziehungen an der Universität Würzburg, im Gespräch mit SWR2.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Kulturmedienschau|19.09.2022 Russische Star-Sängerin Alla Pugatschowa stellt sich gegen Ukraine-Krieg

Im Netz gibt es nach dem Tod der 22jährigen Mahsa Amini zahlreiche Proteste gegen die Sittenpolizei im Iran. Amini war wegen Verstoßes gegen die strengen Bekleidungsregeln für Frauen verhaftet worden und kurz danach gestorben. Außerdem geht es um den wohl größten Musikstar in Russland: Die Sängerin Alla Pugatschowa stellt sich öffentlich gegen Putin und seinen Krieg in der Ukraine. Die Kulturmedienschau von Anja Höfer:  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Buchkritik Juri Andruchowytsch – Radio Nacht

Was er denn machen würde, wenn er kein Schriftsteller mehr wäre – wurde der ukrainische Autor Juri Andruchowytsch mal von polnischen Studenten gefragt. Seine spontane Antwort: Er würde ein Radio gründen und die ganze Nacht nur traurige Musik spielen. Jahre später hat er diese Idee in einen Roman eingebaut und das Buch auch gleich nach der Sendung benannt: „Radio Nacht“. Ein temporeicher, aktueller und mystischer Roman.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Ukraine-Krieg Expertin zu Waffenlieferungen an Ukraine: USA würden Panzer begrüßen

Die Sicherheitsexpertin Jana Puglierin sieht die Debatte um Panzerlieferungen in einer neuen Phase. Im Gespräch mit SWR spricht die Leiterin des Berliner Thinktanks „European Council on Foreign Relations“ von einer Politik der „kontinuierlichen Anpassung“ der Lieferungen des Westens.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Sicherheitsexperte Carlo Masala: Offensiven der Ukraine zielen auf russische Logistik

Die Ukraine verfüge nicht über die militärische Kraft, um an der ganzen Front gegen die russische Armee vorzurücken. Sie konzentriere sich im Süden der Ukraine bei Kherson und im Nordosten bei Charkiw deshalb auf Schläge gegen die russische Logistik, um damit die russischen Truppen zu schwächen und zur Aufgabe zu zwingen, sagt der Politikwissenschaftler, Sicherheits- und MIlitärexperte Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr München, in SWR2.
Unverändert allerdings fehle der Ukraine eine militärische Ausrüstung, die es ihr ermöglichen würde, sich bei Angriffen schnell zu bewegen, vor allem Schützenpanzer, Kampfpanzer und Kampfhubschrauber, so Masala.
Es sei nicht zu erwarten, dass die NATO-Staaten an der roten Linie etwas änderten, die sie hier gezogen hätten. Auf der amerikanischen Airbase Ramstein bei Kaiserslautern trifft sich heute die Kontaktgruppe für die Ukraine, auf Einladung des US-Verteidigungsministers Lloyd Austin.
Das dringendste Problem sei die Belieferung der Ukraine mit Munition. Man bereite sich auf einen längeren Krieg vor und werde die Ukraine insbesondere mit Winterbekleidung ausrüsten.
Dennoch bleibt auch Deutschland aus der Perspektive Kyivs weiter hinter den Erwartungen zurück. Bundeskanzler Scholz habe dem ukrainischen Außenminister bei dessen Besuch in Berlin eine relativ klare Absage erteilt, die Ukraine mit Marder-Schützenpanzern und Leopard I-Kampfpanzern zu beliefern.
Aus Sicht von Carlo Masala wäre es wünschenswert, wenn die NATO-Staaten präzisieren würden, was unter einem möglichen Sieg der Ukraine zu verstehen sei. Möglicherweise werde man es als Sieg betrachten, wenn es gelinge, die russische Seite in eine militärisch aussichtslose Position zu bringen und zu Verhandlungen zu zwingen.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Rose der Hoffnung in der Ukraine: Jan Snela über das Lyriktreffen in Czernowitz

Der Münchner Lyriker Jan Snela nimmt auf Einladung des Stuttgarter Literaturhauses am Internationalen XIII. Lyriktreffen Meridian im ukrainischen Czernowitz teil. Ein Treffen, das wegen des Kriegs in einer besonderen Atmosphäre stattfinde, erzählt Snela in SWR2.
Mit den berühmten Gedichtzeilen von Rose Ausländer, „Wer könnte atmen ohne Hoffnung, dass auch in der Zukunft Rosen sich öffnen?“, habe der Czernowitzer Schriftsteller Igor Pomerantsev dieses Treffen eröffnet, mit dem die Veranstalter die Standhaftigkeit und auch den Willen zum Leben feiern wollten.
Es verleihe dem eigenen Schaffen auch eine neue Schärfe und Bewusstheit, sich die besondere Situation dieses Ortes vor Augen zu führen, reflektiert Snela. Wobei es keineswegs darum gehe, sich „als Kriegslyriker anzudienen“. Das würde er als zynisch empfinden, werde von den Veranstaltern aber auch gar nicht erwartet. Wichtig sei es ihnen, dass alle teilhätten an dem Geschehen vor Ort.
Wenn er aus dem Hotelzimmer schaue, so Snela, sehe er rauchende Soldaten, mit Maschinenpistolen. Igor Pomerantsev habe das aufgegriffen mit der Bemerkung, dass sich letztlich alle Menschen, die sich mit der Ukraine beschäftigten, von Charkiw bis New York, letztlich im Frontgebiet befänden, zumal wenn sie mit Gedanken an das Kriegsgeschehen in der Ukraine einschliefen und auch wieder aufwachten.
Nationale Identifikation spiele bei diesem Treffen von Dichtern und Lyrikern keine große Rolle. Das entspreche der jahrhundertealten Tradition von Czernowitz, mit dem Bewusstsein für jüdische Kultur, deutsche Tradition und insgesamt kompliziertere Verhältnisse des Zusammenlebens.  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Bildung Lernen mit Luftalarm: Schulbeginn in der Ukraine

Schule im Krieg: Am 1. September beginnt in der Ukraine das neue Schuljahr. Oft heißt das: Online-Unterricht, denn viele Schulen sind zerstört. Außerdem wollen manche Eltern ihre Kinder lieber bei sich zu Hause haben, aus Angst vor Raketeneinschlägen.  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

Atomenergie Ukraine: Welche Gefahr geht vom Atomkraftwerk Saporischschja aus?

Das ukrainische Kernkraftwerk in Saporischschja steht unter Beschuss, trotzdem wird dort weiterhin Strom produziert. Wieso legt man das AKW in Kriegszeiten nicht still? Droht dort ein GAU und was wird jetzt vor Ort von der Atomenergiebehörde IAEA untersucht?
Martin Gramlich im Gespräch mit Sebastian Stransky, Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS)  mehr...

SWR2 Impuls SWR2

Gespräch Ukrainischer Nationalfeiertag im Schatten des Krieges: Ein unbeugsames Volk feiert 31 Jahre Unabhängigkeit

Vor 31 Jahren, am 24. August 1991, erklärte die Ukraine ihre Unabhängigkeit. Doch der Krieg mit Russland gefährdet diese wie nie zuvor in ihrer Geschichte. Am Nationalfeiertag wächst die Sorge vor verstärkten russischen Angriffen. „Die Menschen sind nervöser als sonst“, sagt der ukrainische Journalist Denis Trubetskoy in SWR2.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Bürokratie erschwert Aufnahme ukrainischer Geflüchteter

Die Hilfsbereitschaft für Geflüchtete aus der Ukraine sei zu Beginn des Krieges überwältigend gewesen, sagt der Sozialunternehmer Felix Oldenburg in SWR2. Doch ein zu bürokratisches System verursacht die zentralen Probleme bei der Unterbringung. So entstünden die eigentlichen Probleme in den Kommunen vor Ort. Vor allem die „Wohnsitzauflage“ sei völlig unzeitgemäß. Wenn Geflüchtete erstmal in einer Kommune gemeldet seien und dadurch Hilfsleistungen bezögen, könnten sie dort dann nicht mehr weg – auch wenn sie an anderen Orten eine Wohnung oder Job finden könnten.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch 98 Prozent in der Ukraine glauben an den Sieg gegen Russland

Der Optimismus in der Ukraine, das Kriegsgeschehen endgültig wenden zu können, sei überwältigend, sagt die Publizistin Liane Bednarz in SWR2. 98 Prozent der Bevölkerung seien nach einer aktuellen ukrainischen Befragung davon überzeugt, dass die Ukraine den Krieg gegen Russland gewinnen werde.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Gespräch Waffenhilfe für die Ukraine: Qualitativ besser – aber nicht ausreichend

Die Waffenhilfe für die Ukraine ist besser geworden, aber sie reicht nicht aus, um Russland zu einer Friedenslösung zu zwingen. Dieses Urteil fällt Markus Kaim, der bei der Stiftung Wissenschaft und Politik die „Forschungsgruppe Sicherheitspolitik“ leitet anlässlich einer Konferenz in Kopenhagen, bei der westliche Staaten ihre Waffenhilfe für die Ukraine koordinieren wollen. „Qualitativ bewegen wir uns in die richtige Richtung“, bilanziert Kaim im Gespräch mit SWR2. Vor allem die gelieferte Artillerie schwäche Russlands Armee signifikant. Aber insgesamt stärke das Kriegsmaterial die Ukraine nicht so, dass Russland dem erklärten Ziel der Hilfe, einer Friedensregelung zustimme. Kaim meint, durch die Regierungserklärung von Bundeskanzler Scholz Ende Februar sei zwar der richtige Ton gesetzt worden, aber: „Die Ankündigungen sind klein geraspelt worden.“ Dauerhaft bleibe die Frage der Ausbildung der ukrainischen Armee an den Waffen und das Problem der Minenräumung: „Die Ukraine ist Kriegsgebiet und Rückkehrgebiet – das markiert für die nächsten Wochen und Monate einen merkwürdigen Dualismus.“  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Diskussion Zwischen Korruption und Krieg – Was wird aus der Ukraine?

Der Widerstand der Ukrainer gegen Russland ist ein Krieg des Volkes gegen seine Unterdrücker. Dazu gehören auch die Gegner im eigenen Land. Korruption, Vetternwirtschaft, Opportunismus und Gewissenlosigkeiten waren im Machtapparat normal. Selbst Präsident Selenskyi hat keine blütenweiße Weste. Wie immer der Kampf gegen Russland ausfällt, ein Zurück zur Herrschaft der Oligarchen ist kaum vorstellbar. Thomas Ihm diskutiert mit Prof. Dr. Jan Claas Behrend – Historiker, Katja Gloger – Journalistin, Prof. Dr. Thomas Jäger - Politikwissenschaftler
Stichworte:  mehr...

SWR2 Forum SWR2

STAND
AUTOR/IN
SWR