Tagesgespräch

Verdi-Chef Frank Werneke: "500 Euro zusätzliches Energiegeld noch in diesem Jahr"

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AUTOR/IN
Gerhard Leitner

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Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert zusätzliche Einmalzahlungen zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger noch in diesem Jahr. Der Verdi-Vorsitzende Werneke sagte im SWR2 Tagesgespräch, viele der Maßnahmen im dritten Entlastungspaket der Bundesregierung seien gut und richtig, würden aber erst im kommenden Jahr greifen. Die Rechnungen mit deutlich höheren Preisen für Gas und Strom kämen aber jetzt. "Unsere Forderung ist, dass in diesem Jahr noch mal 500 Euro als Energiesoforthilfe gezahlt werden – nicht nur an Erwerbstätige sondern auch an Rentnerinnen und Rentner und für Familien je Kind noch mal zusätzliche 100 Euro. Das ist die notwendige Brücke, bis (…) dann hoffentlich die anderen Maßnahmen greifen."
Diese zusätzlichen Hilfen müssten aus dem Bundeshaushalt finanziert werden, wenn nötig auch über neue Schulden: "Zu glauben, angesichts der Dimensionen, die auf die Bevölkerung zukommen, könne 2023 die Schuldenbremse wieder in Kraft gesetzt werden, ist Unsinn", so Werneke. Gleichzeitig müsse darüber diskutiert werden, ob starke Schultern nicht mehr tragen könnten: "Das heißt, dass sowohl Übergewinne von Unternehmen abgeschöpft und verteilt werden für Energiekostenhilfen. Aber es ist auch die Frage, ob jetzt nicht der Zeitpunkt ist, dass ein Energie-Soli gezahlt wird von denjenigen, die sehr hohe Einkommen haben."

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Gerhard Leitner