Gespräch

US-Supreme Court hebt landesweites Recht auf Abtreibung auf: „Trump hat geliefert“

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Julian Burmeister
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Wilm Hüffer

Die Aufhebung des US-weiten Rechts auf Abtreibung durch den Supreme Court sei ein „Paukenschlag“, sagt die Politikwissenschaftlerin und Wahlforscherin Andrea Römmele in SWR2. Der frühere US-Präsident habe mit der Berufung von drei konservativen Richtern an das oberste US-Gericht für dieses Urteil die Voraussetzungen geschaffen. Römmele ist Professorin an der Hertie School of Governance in Berlin.

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Andrea Römmele (Foto: IMAGO, imago images / Horst Galuschka)
Die Politikwissenschaftlerin und Wahlforscherin Andrea Römmele imago images / Horst Galuschka

US-Gesellschaft nun noch tiefer gespalten als zuvor

Schon vor der Wahl von Donald Trump 2016 habe es Warnungen vor einer solchen Entwicklung gegeben, so Römmele. Das Land werde nun noch tiefer gespalten sein als ohnehin schon. Der politische Ausgang der Midterm-Wahlen im November sei jedoch ungewiss.

Die Erzkonservativen unter den Republikanern hätten zwar einen Sieg errungen. Donald Trump sei bei seiner Kernwählerschaft konsolidiert. Das reiche aber nicht für eine Mehrheit bei Wahlen.

Mobilisierung demokratischer Wähler*innen ist ungewiss

Ob das Urteil des Supreme Courts bei den Demokraten für einen Mobilisierungsschub sorgen werde, sei ebenso ungewiss. Aufgrund der komplizierten Wahlzulassung sei es nicht so einfach, viele von denen, die jetzt gegen das Urteil demonstrierten, an die Wahlurne zu kriegen.

Der Supreme Court hatte am Freitag das seit 1973 landesweit geltende Grundsatzurteil aufgehoben, das unter Bezeichnung „Roe v. Wade“ bekannt geworden ist. Bundesstaaten ist es damit nun freigestellt, Abtreibungen zu erlauben, sie einzuschränken oder gänzlich zu verbieten.

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