STAND
INTERVIEW

Es sei dem Täter von Halle nicht gelungen, den Prozess als Bühne für seine antisemitische Ideologie zu nutzen, betont Prozessbeobachterin Antonie Rietzschel von der Süddeutsche Zeitung in SWR2: „Die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens hat einerseits dem Angeklagten erlaubt sich zu äußern, anderseits hat sie ihn unterbrochen und zurecht gewiesen.“ Der Prozess selbst sei auch wegen der Teilnahme der Öffentlichkeit eine Mahnung zum wachsamen Umgang mit Rechtsterror.

Audio herunterladen (6,8 MB | MP3)

Der Täter hatte 2019 versucht, 51 Menschen zu töten, die in der Synagoge von Halle den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Nachdem er die massive Tür der Synagoge nicht öffnen konnte, erschoss der Angeklagte zwei Passanten und verletzte weitere Menschen.

Urteil ist gefallen: Höchststrafe für den Täter

Im Urteil gegen 11:20 Uhr am 21.12.2020 ging das Oberlandesgericht Naumburg auf die Forderungen der Staatsanwaltschaft nach lebenslanger Haft sowie einer anschließenden Sicherungsverwahrung des Täters ein – außerdem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Gespräch Ein Jahr nach dem antisemitischen Anschlag von Halle: „Die Politik schützt jüdische Gemeinden zu wenig“

Jüdinnen und Juden würden es nicht anders kennen, dass vor Synagogen, jüdischen Kindergärten und Grundschulen Polizei stehen müsse, sagt der Autor und Journalist Ronen Steinke. Es sei aber nicht das Problem der jüdischen Gemeinden, dass sie attackiert und bedroht werden, sondern eine Aufgabe des Staates und der ganzen Gesellschaft, ihnen beizustehen.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Zeitgeschichte Antisemitismus in der DDR – Staatsfeind Israel

Ihrem Selbstverständnis nach war die DDR antifaschistisch und frei von Judenhass. Doch gerade die Staatsspitze bekämpfte den Staat Israel gezielt – mit bis heute spürbaren Folgen. Von Michael Hänel  mehr...

SWR2 Wissen SWR2

Gespräch Ronen Steinke - Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt

Jüdisches Leben in Deutschland ist ständig bedroht – und Staat und Justiz kommen ihrer Schutzaufgabe nicht nach. Das ist die Anklage, die Ronen Steinke in seinem neuen Buch „Terror gegen Juden“ erhebt. Er hat die Bedrohung jüdischer Gemeinden im ganzen Bundesgebiet dokumentiert.
Theresa Hübner im Gespräch mit Ronen Steinke.  mehr...

SWR2 lesenswert Magazin SWR2

SWR2 lesenswert Kritik Peter Schäfer: Kurze Geschichte des Antisemitismus

In acht Kapiteln - 1. GRIEC HISCH-RÖMISCHE ANTIKE Die Diffamierung der Juden als Menschen- und Fremdenfeinde; 2. DAS NEUE TESTAMENT Von innerjüdischer Polemik zu christlichem Antisemitismus; 3. DIE CHRISTLICHE SPÄTANTIKE Der jüdische Stachel im Fleische des Christentums ; 4. DER ISLAM Juden und Christen als Schutzbefohlene; 5. DAS CHRISTLICHE MITTELALTER Schutz, Ausbeutung und Verfolgung; 6. FRÜHE NEUZEIT Zwischen Hebraismus und Antisemitismus; 7. DAS ZEITALTER VON AUFKLÄRUNG, EMANZIPATION UND NATIONALISMUS Gesellschaftlich akzeptierter Antisemitismus; 8.VON DEN WELTKRIEGEN BIS ZUR GEGENWART Vernichtungsantisemitismus und die Wiederkehr des Verdrängten - zeichnet Peter Schäfer die dynamische Entwicklung des Phänomens 'Antisemitismus' nach. Dabei zeigt er die Dynamik des äußert anpassungsfähigen Phänomens Antisemitismus, der wohl niemals wirklich zu überwinden sein werde; aber es gebe durchaus Möglichkeiten, zu verhindern, dass die im Antisemitismus steckende unkontrollierbare Kraft, jede menschliche Zivilisation zu zerstören, wieder in Gang gesetzt wird.

Verlag C.H. Beck, München 2020
ISBN 978-3-406-75578-1
335 Seiten
26,95 Euro  mehr...

SWR2 lesenswert Kritik SWR2

Gespräch Ein Jude zum Mieten

Wie ist es, heute als Jude in Deutschland zu leben? David Holinstat geht in Schulklassen und beantwortet Fragen zum Jüdischsein. Das Ziel: Miteinander statt übereinander reden.  mehr...

SWR2 Tandem SWR2

STAND
INTERVIEW