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Der Erziehungswissenschaftler Jörg Ramseger hat die Elternbefragung des Münchner ifo-Instituts zu Lernzeiten ihrer Kinder während der Corona-Krise kritisiert. „Die Situation müsste eigentlich nach Jahrgangsstufen der Schülerinnen und Schüler unterschiedlich bewertet werden“, so Ramseger in SWR2.

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Laut der ifo-Studie haben Kinder während der Schulschließungen nicht einmal halb so viel für die Schule gearbeitet wie zuvor: statt durchschnittlich siebeneinhalb nur noch dreieinhalb Stunden.

Jörg Ramseger sagt, es entstehe ein falsches Bild, wenn nicht nach Schulformen und dem Alter der Kinder differenziert werde: „Zahlen aus der gymnasialen Oberstufe sind für Grundschulkinder wenig relevant.“

Unterschiedliche Erfahrungen von Schule zu Schule

Befragungen des Grundschulverbandes zeigten, dass sich Erfahrungen mit dem Lockdown von Schule zu Schule unterschieden und Verallgemeinerungen kaum möglich seien. Auch von heutigen Unterrichtsausfällen auf womögliche künftige Einkommensverluste schließen zu wollen, hält Ramseger für fragwürdig.

„Wenn früher ein Kind wegen eines Unfalls oder einer Erkrankung ein ganzes Schuljahr aussetzen musste, hatte es für das spätere Einkommen weit weniger Auswirkungen als die Wahl des später ergriffenen Berufes.“ Auch sei die in der Schule verbrachte Zeit nicht gleichbedeutend mit dem Lernerfolg.

„Präsenzunterricht ist durch nichts zu ersetzen“

Allerdings zeige die Krise, wie wichtig Präsenzunterricht für Kinder sei. „Das ist der eigentliche Kern schulischer Bildungsarbeit und ist, wie wir durch diesen mehrmonatigen Lockdown erfahren haben, durch nichts zu ersetzen. Auch ist die Hoffnung, man könne Lehrkräfte durch digitale Medien ersetzen, durch nichts begründet.“

Der Erziehungswissenschaftler Jörg Ramseger war lange Jahre als Professor an der FU Berlin, ist Experte für Grundschulpädagogik und Schulentwicklungsforschung, Fachberater für schulische Qualitätsentwicklung im deutschen Grundschulverband.

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