Gespräch

Ungarn, Orbán und die Operrette: Ungarn vor der Parlamentswahl

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INTERVIEW
Wilm Hüffer

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In Ungarn wird am Sonntag, 3. April 2022, gewählt. Erstmals seit zwölf Jahren steht Ungarns Premier Viktor Orbán vor einem möglichen Machtverlust, ergeben jüngste Umfragen. Seine Partei Fidesz gilt als rechtspopulistisch, Schlagzeilen um Korruptionsvorwürfe gegen Orban sind in der jüngeren Vergangenheit keine Seltenheit gewesen.

Hinzu kommt seine Nähe zu Putin, die ihm weitere Minuspunkte eingetragen haben dürfte. Lacy Kornitzer wirft Orban nicht nur die Abschaffung der Demokratie, sondern auch gleich der Modernen vor. „Orban bekämpft die Europäische Union, sie ist die Feindin Landes, obwohl Ungarn formal ein Teil von ihr ist“, sagt der Übersetzer und Autor bei SWR2.

In seinem Buch „Destruktivität. Eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Ungarns“, das kürzlich bei Suhrkamp erschienen ist, beschreibt Kornitzer Orbán auch als rechten Revanchisten, der völkischen Großmachtfantasien anhänge. „Wie in einer Operette zeigt sich Orbán trotzdem von seiner besten Seite, die er nicht hat“, meint Kornitzer.

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Europa Orbáns Clique – Wie Ungarns Oligarchen die EU ausnehmen

Viktor Orbán hat viele Gefolgsleute mit Ländereien versorgt. Den Preis zahlen die europäischen Steuerzahler. Die EU kann kaum etwas dagegen tun.  mehr...

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Tagesgespräch Moritz Körner (FDP): Rechtsstaats-Problem über der Ukraine-Krise nicht vergessen

Der FDP-Europapolitiker Moritz Körner fordert, das Problem der Rechtsstaatlichkeit etwa in Polen oder Ungarn nicht beiseitezuschieben - auch wenn diese Länder bei der Aufnahme von Flüchtlingen derzeit Großartiges leisteten. "Die EU muss all diese Länder massiv unterstützen. Aber die Rechtsstaats-Krise in Europa ist ja nicht gelöst. Wir haben immer noch große Probleme bei der Unabhängigkeit der Justiz in Polen, wir wissen, dass vier Prozent aller EU-Gelder in Ungarn in dunklen Taschen versickern, wir haben grade letzte Woche erlebt, wie der ehemalige Premier von Bulgarien, Borissow, festgenommen wurde wegen Betrugsfällen mit EU-Geld", sagte Körner im Gespräch mit SWR2 Aktuell-Moderatorin Constance Schirra. Da sei einiges im Argen, so Körner. Er selbst sei unlängst in Ungarn gewesen und habe wahrgenommen, dass viele Bürger dort enttäuscht seien, dass die EU nicht ein klareres Zeichen setze und der Korruption und dem Missbrauch von EU-Geld ein Ende mache. Der Rechtsstaats-Mechanismus der EU sei vor über einem Jahr geschaffen worden - er müsse jetzt unbedingt eingesetzt werden. Wie Körner die Nachbarländer der Ukraine bei der Aufnahme von Flüchtlingen unterstützen und entlasten möchte, hören Sie im Audio.  mehr...

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Gespräch Karl-Heinz Ott und sein neues Buch „Verfluchte Neuzeit“ – Reaktionäres Denken ist weiter gefährlich

Als Warnung vor der Rückkehr ultrakonservativen und reaktionären Denkens versteht der Essayist und Schriftsteller Karl-Heinz Ott sein neues Buch „Verfluchte Neuzeit“. Im Gespräch mit SWR2 nennt Ott als Beispiele Leo Strauss, Martin Heidegger, Carl Schmitt und Eric Voegelin, deren Schriften wieder zunehmend gelesen würden. „In China sind seit vielen Jahren zwei Denker aus dem Westen sehr prominent – das ist Leo Strauss und das ist Carl Schmitt", sagt Ott, „die werden dort an den Unis rauf und runter gelesen.“  mehr...

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