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Eigentlich schien es längst beschlossen: Seit November plante die Bundesregierung eine Förderung für die Zustellung von Zeitungen und Anzeigenblättern. Statt dessen beschloss der Bundestag jetzt eine Förderung des digitalen Umbaus im Verlagswesen in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro. „Wir können uns das in dieser Form nicht erklären“, sagt dazu Holger Paesler, Geschäftsführer des Verbandes südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) in SWR2. Wie die neue Förderung ausgestaltet werden solle, sei nicht bekannt.

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Holger Paesler, Geschäftsführer des Verbandes südwestdeutscher Zeitungsverleger (Foto: privat)
Holger Paesler, Geschäftsführer des Verbandes südwestdeutscher Zeitungsverleger privat

Überrascht sei man deshalb bei den Zeitungsverlagen, erklärte der VSZV-Geschäftsführer. Bis vor zwei Tagen sei man noch davon ausgegangen, dass es eine Strukturhilfe für den Bereich der gedruckten Zeitungen geben werde. Die Verlage verfügten längst über eine Vielzahl digitaler Produkte. Bei denen gebe es auch keine Reichweitenprobleme, so Paesler. Problematisch sei dagegen die tägliche Zustellung der Printausgabe in strukturschwachen Regionen.

Je mehr Menschen dort vom Print auf digitale Produkte umstiegen, desto mehr erhöhe sich der Zustellpreis pro ausgelieferter Zeitung. Auch der steigende Mindestlohn spiele dabei eine Rolle. Steige er bis 2022 um zehn Prozent und schrumpfe die gedruckte Auflage zugleich in ähnlichem Umfang, könne sich die Auslieferung der Zeitung um etwa 20 Prozent verteuern. Mit Blick auf diese sich öffnende Schere stelle sich die Frage, wie lange die Zeitungsverlage die Zustellung in dünner besiedelten Gebieten noch aufrecht erhalten könnten.

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