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„Die Opfer des Oktoberfestattentats zahlen den Preis dafür, dass man das Verbrechen lange nicht als rechtsextreme Tat hat erkennen wollte“, sagt der Journalist Ulrich Chaussy in SWR2. Die Entschädigung heute, 40 Jahre später, komme viel zu spät. Ulrich Chaussy recherchierte viele Jahre die Hintergründe des Münchner Oktoberfestattentats vor 40 Jahren . Seine Rolle als Kritiker der Einzeltäter-These wird in dem Spielfilm "Der blinde Fleck" geschildert .

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Bei dem Anschlag vom  26. September 1980 starben dreizehn Menschen. Mehr als 221 Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Attentäter Gundolf Köhler hatte den Anschlag aus rechtsextremistischer Motivation heraus verübt. Er hatte am Abend des 26. September 1980 eine Bombe am Haupteingang zum Oktoberfest gezündet.

Erst im Juli 2020 stellte der Generalbundesanwalt zusätzliche Ermittlungen, die er 2014 angeregt hatte wieder ein.  Ihr wichtigstes Ergebnis: Der Attentäter Gundolf Köhler hatte rechtsextreme Motive – was die Behörden lange bestritten hatten. Trotzdem bleiben nach 40 Jahren viele Fragen offen, weil Fahndungsfehler nicht mehr gutzumachen sind. Immerhin ist jetzt deutlicher denn je: Das Oktoberfest-Attentat ist Teil jener Blutspur rechtsextremer Gewalt, die zur Geschichte der Bundesrepublik gehört.

München soll nun einen "Informationsort Dokumentation Oktoberfest-Attentat" erhalten. Außerdem planen der Bund, der Freistaat Bayern und die Stadt München einen Entschädigungsfonds für die Opfer der Gewalttat vor 40 Jahren.

Spielfilm: Der blinde Fleck - Das Oktoberfest-Attentat

Der BR Spielfilm "Der blinde Fleck" ist eine Hommage an den investigativen Journalismus und beleuchtet die Hintergründe des tragischen Ereignisses vom 26. September 1980, bei dem auf dem Münchner Oktoberfest 13 Menschen starben und über 200 zum Teil schwer verletzt wurden. Der Film analysiert die möglichen Verstrickungen der Täter mit Politik und Verfassungsschutz zu Zeiten des Kalten Krieges.

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