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Vor einem Jahr wurde der ehemalige Fernsehkomiker und Schauspieler Wolodymyr Selenskyj zum Präsidenten der Ukraine gewählt – ein Polit-Neuling, ohne Partei und Programm. „Selenskyj hat im ersten Jahr viel gelernt, doch es fehlt noch immer eine Strategie“, sagt die Osteuropa-Expertin Gwendolyn Sasse in SWR2.

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Politik der adhoc-Entscheidungen

Nach einem Jahr im Amt habe der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj noch Probleme, seine Wahlversprechen umzusetzen. „Man merkt, dass er nach wie vor mit adhoc-Entscheidungen regiert“, sagt die Ukraine-Expertin Gwendolyn Sasse in SWR2 über die Politik des ehemaligen Fernseh-Komikers.

Die beiden wichtigsten Themen – die Korruption beenden, den Konflikt im Osten des Landes beilegen – seien zu komplex für schnelle Lösungen, sagt Sasse. „Seine Beliebtheitswerte sind runtergegangen, aber nicht so weit, dass ihm ein anderer gefährlich werden könnte.“

Konflikt in der Ost-Ukraine ist Kernthema

Besonders problematisch sei langfristig der Krieg gegen Russland-treue Separatisten in der Ostukraine. Dessen Bedeutung werde im Westen unterschätzt.

Auch eine anstehende neue Verhandlungsrunde zwischen Russland, Frankreich, Deutschland und der Ukraine werde wohl wenig bewirken, fürchtet Sasse: „Man kann im besten Fall das Thema auf dieser Ebene präsent halten.“

Prof. Dr. Gwendolyn Sasse ist wissenschaftliche Direktorin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien in Berlin.

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