Freiburg Therese Loewy: Sie wollte nahe der Gräber ihrer Lieben bleiben

Stolperstein in der Katharinenstraße 12

Wie rund 350 andere Freiburger Juden sollte sich auch Therese Loewy fertig machen für den Abtransport am 22. Oktober 1940. Doch die Professorenwitwe verweigerte sich der Verschleppung, indem sie sich das Leben nahm. Den Nachlass der vermögenden Frau sicherte sich die Gestapo.

Kurzbiografie:

Therese Loewy, geborene Neuburger (*1884) stammte aus einer in München ansässigen großbürgerlichen jüdischen Familie. Verheiratet war sie mit dem renommierten Mathematiker Alfred Loewy, zu dessen Schülern zeitweilig auch der Philosoph Martin Heidegger gehörte.

Aufnahme des Grabsteins von Therese Loewy auf dem jüdischen Friedhof in Freiburg (Foto: SWR, SWR - Hubert Hagenmeyer)
Nach ihrem Selbstmord wurde Therese Loewy auf dem jüdischen Friedhof in Freiburg bestattet. SWR - Hubert Hagenmeyer

Nach seinem Tod im Jahr 1935 besuchte Therese Loewy fast täglich das Grab des Gatten auf dem jüdischen Friedhof in Freiburg. Dort befand sich auch die Ruhestätte ihres früh verstorbenen Kindes.1940 sollte die Professorenwitwe zusammen mit rund 350 Freiburger Juden ins Internierungslager Gurs verschleppt werden. Der Deportation entzog sich die hochgebildete Frau durch Selbstmord.

Ausschnitt eines handschriftlichen Schreibens zur Wiedergutmachung (Foto: Staatsarchiv Freiburg, F196/1 Nr. 5115 -)
Ein handschriftlicher Ausschnitt aus der Wiedergutmachungsakte. Die beiden Geschwister von Therese Loewy, Albert Neuburger und Charlotte Fraenkel, geb. Neuburger, beide mittellos, haben nach dem Krieg von Israel aus versucht, Wiedergutmachung für den Staatsarchiv Freiburg, F196/1 Nr. 5115 -
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