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Nach mehreren interfraktionellen Anträgen von allen Parteien außer der AfD will der Bundestag zu einem Beschluss kommen, ob die Gruppen der sogenannten „Asozialen“ und „Berufsverbrecher“ auch offiziell als NS-Opfergruppen anerkannt werden. Die Historikerin Dagmar Lieske erklärt, wieso sich die Erinnerungskultur bis jetzt so schwer damit getan hat.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
6:00 Uhr
Sender
SWR2

Die Ursprünge der Diskussion zur Verfolgung von sogenannten Berufsverbrechern lägen laut Lieske bereits in der Weimarer Republik. Der Begriff sei auf verschiedenste Menschen angewendet worden, deren einzige Gemeinsamkeit eine oder mehrere Vorstrafen waren, so die Geschichtswissenschaftlerin.

Die Personen seien von den Nationalsozialisten trotz abgegoltener Vorstrafe erneut verhaftet und eingesperrt worden. Aufgrund der auch in der Nachkreigszeit andauernden Vorstellung, dass es sich hierbei um „normale“ Strafverfolgung gehandelt habe, sei die Verfolgung und Vernichtung dieser Personengruppen lange nicht thematisiert worden.

Wermutstropfen der späten Anerkennung ist für Lieske, dass die meisten Opfer sie nicht mehr erleben würden.

Dagmar Lieske ist Historikerin an der Uni Frankfurt/Main und war eine der Expertinnen, die vom Bundestag im Lauf der Beratungen in den letzten Jahren angehört wurden.

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Es diskutieren:
Esther Dischereit, deutsch-jüdische Schriftstellerin und Beobachterin des Untersuchungsausschusses zu den NSU-Verbrechen, Berlin
Sibylle Thelen, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und der Gedenkstättenarbeit, Stuttgart
Prof. Dr. Thomas Thiemeyer, Direktor des Ludwig-Uhland-Instituts für empirische Kulturwissenschaft, Tübingen
Gesprächsleitung: Silke Arning  mehr...

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