SWR übernimmt ARD-Vorsitz

SWR Intendant Kai Gniffke zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk: „Leidenschaft für die Wirklichkeit“

STAND
INTERVIEW
Martin Gramlich

„Niemals war es so leicht zu manipulieren, Fakten zu verdrehen – und da braucht es eine Institution, die Orientierung bietet“, sagt SWR Intendant Kai Gniffke anlässlich der Übernahme des ARD-Vorsitzes durch den SWR ab 2023: „Was ist Wirklichkeit, was ist Fälschung?“ – Gerade in Zeiten von Fake News habe der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein große Bedeutung, betont Gniffke im SWR2 Gespräch.

Audio herunterladen (7,5 MB | MP3)

Durch Information und die Verifikation von Informationen, so Gniffke, böten die öffentlich-rechtlichen Sender den Menschen die Möglichkeit, sich unabhängig ein eigenes Urteil zu bilden. „Was wir wollen, ist, dass es eine Vielfalt an Meinungen gibt, ich nenne das: Die Leidenschaft für die Wirklichkeit.“

Konsequenzen nach der Schlesinger-Affäre gezogen

Es sei zwar richtig, dass nach der Schlesinger-Affäre beim rbb die öffentlich-rechtlichen Sender an Vertrauen verloren hätten, räumt Gniffke ein, dennoch habe man Konsequenzen gezogen: „Wir haben unsere Aufsicht gestärkt, die Aufsichtsgremien werden noch stärker in die Arbeit eingebunden, jetzt gilt es nach vorne zu schauen, allerbestes Programm zu machen, den Menschen Inhalte aus ihrer Region nahe zu bringen, weil das ist, worauf sie Anspruch haben.“

Gemeinsamer Zugang zu den Mediatheken von ARD und ZDF

Auch Kooperationen zwischen ARD und ZDF könnten sinnvoll sein, sagte Gniffke – so werde es künftig mit dem Streaming-Netzwerk einen gemeinsamen Zugang zu den Mediatheken von ARD und ZDF geben. Gniffke sieht die öffentlich-rechtlichen Sender aber auch in einer Konkurrenzsituation zu den großen US-Streaminganbietern: „Da müssen wir dabei sein, wenn es um die Aufmerksamkeit der Menschen geht, um die Zeit, die sie für Medien nutzen. Wir müssen auf unseren Plattformen möglichst spannende Angebote machen.“

Video herunterladen (1,2 MB | MP4)

Deutschland

Reformen, Transformation und neue Wege Neuer ARD-Vorsitzender Gniffke: "Mehr Kooperation ist das Gebot der Stunde"

Zum neuen Jahr übernimmt SWR-Intendant Kai Gniffke den ARD-Vorsitz. Die digitale Transformation sieht der neue ARD-Chef als eine der wichtigsten Aufgaben.

SWR Aktuell Baden-Württemberg mit Sport SWR Fernsehen BW

EINBLICK | 21.12.2022 Doppelinterview im Spiegel

Die Zukunft des Journalismus und Unabhängigkeit von den internationalen Tech-Konzernen – das sind die Themen, die mir als Intendant des SWR und als künftiger ARD-Vorsitzender am Herzen liegen. Das habe ich in der vergangenen Woche in einem Doppelinterview mit Tom Buhrow im Spiegel (Link) deutlich gemacht. Eine Bemerkung darin war offenbar missverständlich und hat für Irritationen gesorgt.  

ARD-Vorsitz SWR-Intendant Gniffke im Interview

Im Interview mit Stephanie Haiber in der Sendung SWR Aktuell betonte SWR-Intendant Kai Gniffke, das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen zu wollen. Dazu seien Selbstverständlichkeiten wichtig, wie Transparenz, die Verhaltensregeln nachzuschärfen und die Kontrollen zu stärken.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

STAND
INTERVIEW
Martin Gramlich