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Studie zu QAnon: Guter Nährboden für die Verschwörungssekte in Deutschland

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Der QAnon-Mythos sei aus den USA nicht einfach nach Deutschland herübgeschwappt, so Daniel Poensgen in SWR2. Der Co-Autor einer Studie des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus, RIAS, betrachtet als wichtiges Ergebnis, dass die QAnon-Bewegung in Deutschland sehr schnell an vorhandene Ideologien etwa der Reichsbürger habe anknüpfen können.

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Vorstellungen, die Welt werde von einer demokratisch-satanistischen Elite gelenkt, die sich vom Blut von Kindern ernähre, seien letztlich eine Aktualisierung alter antisemitischer Stereotypen, insbesondere von Ritualmord-Legenden. Zentrale Feindbilder der QAnon-Bewegung seien ohnehin Jüdinnen und Juden, beziehungsweise man versuche Feindbilder wie Bill Gates als Juden zu identifizieren.

Aufgrund von Telegram-Chats könne man eine niedrige sechsstellige Anhängerzahl der QAnon-Bewegung in Deutschland unterstellen. Da auch bei Querdenker-Demonstrationen regelmäßig Symboliken der Bewegung gezeigt würden, müsse man von einem großen Mobilisierungspotential von QAnon auch in Deutschland ausgehen. Angst- und Ohnmachtsgefühle hätten seit 2017 dazu geführt, dass sich Gedankengut der Bewegung auch hierzulande hätten ausbreiten können.

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