Eichstetten Sigmund Hene: Auf der Flucht nach Frankreich verhaftet

Stolperstein in der Hauptstraße 22

Sigmund Hene war liberal eingestellt und keiner Partei zugehörig. Die Familie war jüdisch, aber nicht orthodox. Vermutlich weil er Jude war, wurde er etwa um 1935, eines Abends im Hof seines Hauses von Nazis verprügelt. Danach kam er in die sogenannte Schutzhaft.

Porträt eines Mannes mit Schnauzbart (Foto: privat -)
Sigmund Hene privat -

Kurzbiografie:

Sigmund Hene (*14.9.1894 in Haßloch/Pfalz) war Textilkaufmann mit eigenem Geschäft in Haßloch, verheiratet und hatte fünf Kinder. Mit der Auflage, Deutschland schnellstmöglich zu verlassen, wurde er aus der Schutzhaft entlassen.

Er verkaufte Haus und Geschäft. Im Frühjahr 1938 besuchte er ein letztes Mal seine Familie, die inzwischen in Eichstetten untergekommen war.

Er hatte die Absicht, nach Frankreich zu fliehen. Aber auf der Flucht wurde er festgenommen und kam am 28.6.1938 in das Lager Dachau – mit Gef. Nr. 17786. Von dort wurde er am 23. 9.1938 ins KZ Buchenwald überführt. Kurz vor seinem 48. Geburtstag, am 16.9.1942, wurde er in Buchenwald ermordet.

Ein Mann in Soldatenuniform (Foto: privat -)
Sigmund Hene als Soldat im Ersten Weltkrieg privat -

Wiltrude Hene-Lavelle hat wie ihre Geschwister Vera, Karl und Harry den Holocaust überlebt. Sie hat die Lebensgeschichte ihres Vaters, ihrer Mutter und ihrer Schwester Sonja recherchiert. Am 23.11.2014 ist sie in Los Angeles verstorben.

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