Waldshut Siegfried Aufrichtig: Ein Leben ohne Vergangenheit

Stolperstein in der Kaiserstraße 22

Nie hätte er damit gerechnet: Siegfried Aufrichtig galt in Waldshut als angesehener Bürger und Geschäftsinhaber. Er kämpfte im Ersten Weltkrieg, war Mitglied des Roten Kreuzes und der Feuerwehr. Dennoch wurde er monatelang in Dachau interniert.

Kurzbiografie:

Siegfried Aufrichtig (*27.12.1873) besaß in Waldshut ein gutgehendes Bekleidungsgeschäft.

In der Reichspogrom-Nacht wurde er ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Drei Monate wurde er dort in sogenannte "Schutzhaft" genommen, wie es damals hieß. Danach wurde er gegen Vermögensverzicht und Schweigeversprechen wieder entlassen. Sein ganzes Leben lang wird er über das Erlebte nicht sprechen können.

1939 gelang ihm zusammen mit seiner Frau die Flucht in die Schweiz, nach Basel. Hier lebte er bis zu seinem Tod (5.12.1952).

Seinen früheren Besitz hat er nie zurückerhalten. Sein Bruder und eine seiner beiden Schwestern wurden in Konzentrationslagern umgebracht.

Im Familienalbum geblättert

vier erwachsene Personen und ein Kind (Foto: privat -)
Lucie (li.), Siegfried (re.) und Gerhard (vorne) Aufrichtig. ca. 1929 privat - Bild in Detailansicht öffnen
Siegfried, Gerhard und Lucie in der Schweiz, ca. 1939 privat - Bild in Detailansicht öffnen
Siegried und Lucie Aufrichtig privat - Bild in Detailansicht öffnen
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