Waldshut Gerhard Aufrichtig: Heimlich in die Schweiz

Stolperstein in der Kaiserstraße 22

Wie erlebte ein Teenager die Zeit des Nationalsozialismus? Und wie prägt es einen Menschen, der mit 14 Jahren allein in die Schweiz flüchten und dort um seine Eltern bangen musste?

Porträtfoto eines jungen Mannes (Foto: privat -)
Gerhard Aufrichtig, ca. 1938 privat -

Kurzbiografie:

Gerhard Aufrichtig wurde am 1.8.1924 in Waldshut geboren. Nach der Reichspogromnacht im November 1938 wurde sein Vater, ein angesehener Besitzer eines großen Bekleidungsgeschäftes, für drei Monate nach Dachau verschleppt. Seine Mutter bangte nicht nur um ihren Mann, sondern auch um das Leben ihres Sohnes und schickte ihn über die Grenze in die Schweiz.

Zunächst kam er bei Verwandten unter, dann aber wurde der 14jährige von den Behörden in ein Schweizer Internierungslager geschickt. Erst nach Monaten durfte er schließlich zu seinen ebenfalls geflüchteten Eltern nach Basel ziehen.
Dort lebte er bis zu seinem Tod (28.12.2006). In all diesen Jahren hat er Deutschland nur noch einmal betreten: "Es war für ihn schon schwierig, einfach das Wort Deutschland auszusprechen" erinnert sich sein Sohn.

Erinnerungen an die Kindheit in Deutschland und der Schweiz

ein Junge auf einer Dachterrasse mit einem Hund auf dem Arm (Foto: privat -)
Gerhard Aufrichtig auf der Dachterrasse des Wohnhauses in der Kaiserstraße, Waldshut, ca. 1935 privat - Bild in Detailansicht öffnen
Lucie (li.), Siegfried (re.) und Gerhard (vorne) Aufrichtig. ca. 1929 privat - Bild in Detailansicht öffnen
Siegfried, Gerhard und Lucie in der Schweiz, ca. 1939 privat - Bild in Detailansicht öffnen
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