Eine Medien-Geschichte der Kanzler-Sprecher

Stimmen der Macht: Willy Brandt und Conrad Ahlers

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Mit Conrad Ahlers wird ein Regierungssprecher erstmals zum Gesicht der Regierung. Es ist die erste Blütezeit des Fernsehens. Durch seine Fernsehauftritte wird Ahlers bundesweit bekannt, ebenso dank seinen flapsigen Bemerkungen.

Bei Journalisten ist er beliebt, reizt aber seine Befugnisse oft aus. Er ist ähnlich umstritten wie Bundeskanzler Willy Brandt selbst. Ahlers ist ein Mann der Gegensätze. Er gehört 1947 zu den Mitgründern der Jungen Union, sitzt aber jahrelang für die SPD im Bundestag. Als Journalist löst er die Spiegelaffäre in den frühen 60er Jahren aus, wird von Politikern des Verrats angeklagt, arbeitet ein paar Jahre später aber genau für diese Politiker. Dieser Hintergrund macht Ahlers zu einer so spannenden Figur als Regierungssprecher.

1972 muss Ahlers gehen. Angeblich weil Helmut Schmidt es wollte und Brandt schließlich nachgibt. Für viele Zeitzeugen der Beginn vom Ende der Ära Brandt.

1963 1963: Willy Brandt freut sich über Stereophonie

Im 40. Jahr seines Bestehens gönnt sich der deutsche Rundfunk eine neue Technik: Die Stereophonie. Vorgestellt wird sie auf der Funkausstellung in Berlin. Der regierende Bürgermeister Willy Brandt hält die Eröffnungsrede und freut sich, dass man jetzt Radio in Stereo hören kann.

Nach der Einführung der Stereophonie dauert es allerdings noch lange, bis sie sich wirklich durchsetzt. Bis zum Ende der 1960er-Jahre können nur 12 Prozent der Hörerschaft Stereoprogramme empfangen. Erst in den 1980er-Jahren werden wirklich alle Radioprogramme durchgängig in Stereo gesendet.  mehr...

Zeitgeschichte 50 Jahre Kniefall von Warschau – Das Erbe der deutschen Ostpolitik

Die große Vergebungsbitte von Willy Brandt, der Kniefall am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos, läutete eine neue Ostpolitik der Annäherung ein. Was ist heute davon übrig?  mehr...

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16.8.1961 Willy Brandt verurteilt Mauerbau – Eine seiner emotionalsten Reden

16.8.1961 | Am 13. August 1961 beginnt in Berlin der Bau der Mauer – nachdem der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 noch behauptet hatte, niemand habe die Absicht, eine Mauer zu errichten.
Am 16. August findet vor dem Schöneberger Rathaus eine große Protestkundgebung statt. Dort spricht auch der Regierende Bürgermeister Willy Brandt. Es ist eine seiner entschiedensten und emotionalsten Reden. Er macht deutlich: Es geht hier um weit mehr als nur um Berlin. Man dürfe sich das nicht bieten lassen.
Brandt warnt vor weiterer Appeasement-Politik. Denn die Versuche, durch politische Kompromisse und wirtschaftliche Abkommen der DDR-Führung entgegenzukommen, seien offenbar gescheitert und hätten diese nur noch zu weiteren Repressionen ermutigt. Und wer jetzt noch aus dem Westen zur Leipziger Buchmesse reise, solle gleich drübenbleiben.  mehr...

Zeitgeschichte Stimmen der Macht: Wie Regierungssprecher Mediengeschichte schreiben

Steffen Seibert wird der dienstälteste Regierungssprecher sein, wenn er nach der Bundestagswahl im September 2021 nach elf Jahren abtritt. Seine Arbeit reflektiert den Einzug der sozialen Medien ins tägliche Geschäft: Auch der Regierungssprecher ist nun auf Twitter vertreten und nutzt die Plattform regelmäßig. Seine Vorgänger hatten mit anderen Umbrüchen zu kämpfen — die Reihe „Stimmen der Macht“ zeigt, welche, und wie sie mit dem stetigen Wandel der Medienwelt, nicht immer erfolgreich, umgegangen sind.  mehr...

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