Gespräch

Somalia und die Weizen-Blockade aus der Ukraine – „Es braucht jetzt wirklich einen Kraftakt“

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INTERVIEW
Martin Gramlich

Durch die Blockade von Weizenexporten aus der Ukraine hat sich die Hungersnot in den Ländern am Horn von Afrika drastisch verschlimmert. Die Lage in Somalia sei „katastrophal“, sagt die Sprecherin von UNICEF Deutschland, Christine Kahmann, in SWR2.

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Kindersterben muss gestoppt werden

Somalia importiere über 90 Prozent seines Bedarfs an Weizen aus Russland und der Ukraine. „Viele Familien in Somalia können sich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten“, so Kahlmann.

Dass ein erstes Frachtschiff mit einer Ladung Weizen aus einem ukrainischen Hafen auslaufen konnte, ist für die Expertin ein „Hoffnungsschimmer“. Es gelte aber: „Die Lage in Somalia lässt sich nicht einfach entschärfen. Es braucht jetzt wirklich einen Kraftakt.“

Doch sei der Nothilfeaufruf von UNICEF und anderen Hilfsorganisationen bisher drastisch unterfinanziert. Auch wenn die Welternährungsorganisation WHO für Somalia noch nicht offiziell eine Hungersnot ausgerufen habe, gelte: „Bereits jetzt sterben die Kinder – wir dürfen jetzt keine weitere Zeit verlieren.“

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Martin Gramlich