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Die Deutschen brauchen die Armee, aber sie wollen wenig mit ihr zu tun haben. So beschreibt der Militärhistoriker Prof. Sönke Neitzel das Verhältnis der Bevölkerung zur Bundeswehr im 65. Jahr ihres Bestehens. Seit 1945 habe sich die Rolle des Militärs in Deutschland stark gewandelt, es fehle aber eine klare Strategie. Eine ehrliche Debatte werde man wohl erst führen, wenn wir als Deutsche eine sicherheitspolitische Gefahr verspüren, so Neitzel in SWR2.

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Es gäbe auch im Bundestag keine großen Debatten über Sicherheitspolitik, so Neitzel.  Man wolle darüber nicht reden. Aber als Bürger könne man schon die Frage stellen: Wofür geben wir 45 Milliarden Euro aus? Gegenüber der Nato würden zwar umfangreiche Verpflichtungen eingegangen, auch zur Intervention im Krisenfall. Letztlich sei die Bundeswehr dafür aber nicht gerüstet.

Der Historiker Sönke Neitzel hat an der Universität Potsdam die einzige Professur für Militärgeschichte in Deutschland. Er hat Bücher über die Wehrmacht und den zweiten Weltkrieg verfasst und war historischer Berater von historischen Dokumentationen im deutschen Fernsehen. Zuletzt erschien seine Militärgeschichte „Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik“.

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„Annegret Kramp-Karrenbauer hat dem KSK sozusagen eine letzte Chance gegeben sich zu reformieren“, sagt Journalistin Nermin Ismail, die zu rechtsextremen Tendenzen im Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr recherchiert hat. Ab 30. Juli ist die Recherche online zu sehen.  mehr...

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Diskussion Wie löst die Bundeswehr ihr Personalproblem?

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Bildung Umstrittene Rüstungsforschung – Deutsche Unis und das Militär

An rund 50 deutschen Hochschulen arbeiten Forscherteams mit dem Geld militärischer Auftraggeber. Eine studentische Friedensbewegung, die dagegen protestiert, gibt es kaum.  mehr...

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