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Sex-Toys, Gesundheits-Apps und Fußballschuhe: Weshalb Design Frauen immer noch benachteiligt

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Bei der Entwicklung von Konsum-Gütern und Alltagsgegenständen werden Frauen nach wie vor benachteiligt — wie genau hat Rebekka Endler hat für ihr Buch „Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt“ in einer beeindruckenden Bandbreite an Beispielen recherchiert.

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Im Gespräch mit SWR2 schildert die Journalistin und Autorin Autocrash-Dummies, deren Maße nur denen von Männern entsprächen — dass Frauen nicht einfach „kleinere Männer“ seien, sondern anatomisch durchaus Besonderheiten aufwiesen, sei nicht berücksichtigt worden. Der einzige weibliche Test-Puppen-Prototyp werde bei Unfall-Simulationen auf der Beifahrer-Seite eingesetzt.

Gesundheits-App für Frauen ohne Menstruations-Tracking?

Eine ähnliche Diskriminierung sieht sie bei öffentlichen Toiletten-Anlagen, bei der Entwicklung von Sex-Toys — und bei Gesundheits-Apps, bei denen die Menstruations-Phasen von Nutzerinnen übersehen wurden.

Endler vermutet: „Das hängt mit Sicherheit damit zusammen, dass die Ärzte, die konsultiert wurden, nicht Ärztinnen waren“. Sie unterstelle keinem Designer und keinem Forscher böse Absicht. „Wir alle, ungeachtet unseres Geschlechts, tragen 'Biases' in uns, sind voreingenommen. Das ist der erste Schritt — dass wir uns das klar machen“.

Unbewusste Voreingenommenheit ist das Problem

Die freiberufliche Journalistin gibt zu, sie empfinde Wut, wenn sie entdecke, dass Fußballerinnen mit Schuhen spielen müssten, die für Männerfüße entwickelt wurden — oder wenn Frauen-Fahrräder zu schwer und klobig seien, weil Frauen nur „angenommen“, aber nicht gefragt wurden.

Ein Anfang für mehr Geschlechtergerechtigkeit könne sein, wenn jede*r eine geschlechtergerechte Sprache pflege: „Dafür braucht man kein Eigenkapital“.

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Die Sportlerinnen wiesen auch darauf hin, wie sehr ihr Erfolg in ihrem Sport von ihrem Aussehen abhänge, berichtet Julia Metzner. Eine Sportlerin habe berichtet, dass sie von Fotografen beim Spagat in den Schritt fotografiert wurde. Es werde so der Eindruck untermauert, dass der Körper der Sportlerinnen wichtiger sei als der Sport. Hinzu komme auch die ökonomische Diskriminierung von Frauen. 40 Prozent der Sportlerinnen verdienten weniger als 10.000 EURO im Jahr in ihrem Sport. Man müsse eindeutig sagen: Vom Ansehen her stehe der Frauensport bei Sponsoren ganz unten.  mehr...

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