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Die Gründung des Zentralrats der Juden in Deutschland vor 70 Jahren sei alles andere als eine Selbstverständlichkeit gewesen, so der Publizist Micha Brumlik in SWR2.

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Dabei habe der Zentralrat nach dem Holocaust und den erlittenen Greueln während des Nationalsozialismus entscheidend zum Selbstbewusstsein der Juden in Deutschland beigetragen, nicht zuletzt durch die eigene Namensgebung. Es sei klar gewesen, dass man damals nicht von „deutschen Juden“, sondern lediglich von „Juden in Deutschland“ habe sprechen können. An diese Umstände der Neugründung der jüdischen Gemeinden in Deutschland müsse man auch heute weiter erinnern, „bei aller Liebe zur Bundesrepublik Deutschland“, so Brumlik.

Große Vorsitzende des Zentralrats wie Heinz Galinski und Ignatz Bubis hätten die Juden in Deutschland mit großem Selbstbewusstsein vertreten, immer wieder aber auch schwere Kränkungen hinnehmen müssen, wie beispielsweise Bubis, der als einziger bei der Paulskirchenrede des Schriftstellers Martin Walser 1998 sitzengeblieben sei „und nach alldem beschlossen hat, dass er in Israel und nicht in Deutschland beerdigt werden soll.“ Walser hatte das damals geplante Denkmal zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust als „Dauerpräsentation“ deutscher Schande kritisiert.

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