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Die Terroranschläge von Hanau hätten gezeigt, dass sich der Umgang mit den Opfern rechtsextremistischer Morde verändert habe, sagt die Regisseurin Mala Reinhardt in SWR2. Die Namen der neun Ermordeten seien sehr schnell publik geworden: „Sie wurden als Einzelpersonen, als Individuen anerkannt“.

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In ihrem Dokumentarfilm „Der zweite Anschlag“ von 2018 lässt Reinhardt Angehörige von Opfern der rechtsextremistischen Morde des NSU und des Brandanschlags von Mölln von 1992 zu Wort kommen.

Veranstaltung des Vereins „Teilseiend – Muslimische Akademie Heidelberg“

In Kooperation mit dem Nationaltheater Mannheim zeigt der Verein „Teilseiend – Muslimische Akademie Heidelberg i. G.“ den Film im Rahmen der Gedenkveranstaltungsreihe „Ein Jahr und ein paar Tage – Erinnerung an das Attentat von Hanau“. Ein zweiter Veranstaltungsteil soll am 23. Februar folgen, unter dem Titel „Ein Jahr und ein paar Tage – Eine Standortbestimmung“.

Solche Veranstaltungen seien wichtig, so Mala Reinhardt, denn noch immer fehlten tiefgreifende Veränderungen der Erinnerungskultur. Individuelle und staatliche Gedenkveranstaltungen würden weiterhin parallel stattfinden statt gemeinschaftlich. Mehr Vielfalt könne erreicht werden, wenn Politikerinnen und Politiker gemeinsam mit den Betroffenen auf einer Bühne stehen, so Mala Reinhardt.

Extremismus Rechtsterrorismus in Deutschland – Von der Nachkriegszeit bis heute

Am Jahrestag des rechtsextremen Anschlags in Hanau mit neun Opfern fragen viele, ob Staat und Gesellschaft Nazi-Terror lange verharmlost haben. Ein Blick in die Geschichte Deutschlands zeigt: ja.  mehr...

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Forum "Wahn und Terror – Was steht hinter den Morden von Hanau?"

Es diskutieren:
Prof. Dr. Hajo Funke, Sozialwissenschaftler, Freie Universität Berlin
Ahmad Mansour, Psychologe und Autor
Andreas Speit, Journalist und Publizist
Moderation: Martin Durm  mehr...

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Kommentar Terrortat von Hanau: Der Staat hat versagt

„Was bleibt ist das Volk. Schaut euch in Zukunft genau an, wer das Volk ist!“ Heißt es am Ende des 24-seitigen Pamphlets, das der Mörder im Internet veröffentlicht hat. Der Täter von Hanau hatte eine Internetseite und Kontakt zu Personen, denen er seine Vorstellungen erzählte. Der Polizei und dem hessischen Landeskriminalamt stehen daher unangenehme Untersuchungen bevor – so viel muss sicher sein. Hier hat ein hoch gerüsteter Staat bei der elementaren Aufgabe versagt, seine Bürger zu schützen. Entsetzen zu äußern, ist zu wenig.  mehr...

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