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Vor allem die Härte sei „bemerkenswert“, mit der gegen Demonstrant*innen und Journalist*innen vorgegangen werde, sagt die Russland-Expertin Golineh Atai zum Vorgehen der russischen Polizei bei den jüngsten Protesten gegen die Verhaftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny. Es seien auch Journalist*innen verhaftet oder in ihrer Arbeit behindert worden: „Die unabhängige Journalistengewerkschaft spricht von 180 Vergehen gegen Journalisten“, berichtet Atai.

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Die Auseinandersetzung zwischen Putin und der Opposition werde auch medial geführt, unter anderem ausgelöst durch die YouTube-Veröffentlichungen Nawalnys über ein mutmaßliches Anwesen Putins. Laut der ehemaligen ARD Korrespondentin in Moskau sei in den vergangenen vier Jahren der Einfluss der neuen Medien auf die russische Opposition gestiegen: „Die Regierung kommt der Wirkmächtigkeit des Internets nicht hinterher.

„Die Nawalny-Videos sind humorvoll, sie sind spitz, sie sind voller Ironie“, so Atai, die ARD Korrespondentin in Moskau war, im Gespräch mit SWR2. Dieser für sozialen Medien typischen Ausdrucksweise könne die Putin-Regierung wenig entgegensetzen, Putin spreche die Jugendlichen eher mit dem Gestus eines Großvaters an.

Gespräch Großdemos der Nawalny-Fans in Russland: „Das System Putin hat Panik“

Direkt vor dem Hauptsitz des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, der berüchtigten „Ljubljanka“ in Moskau und in über 100 russischen Städten fanden am Sonntag Demonstrationen der Anhänger von Alexej Nawalny statt. „Das System Putin hat Panik“, stellt der Russland-Experte Manfred Sapper zu den Bildern, die um die Welt gingen, fest. Die Gewaltszenen und in Tausenden Festnahmen richteten sich nicht gegen die Demonstrantinnen und Demonstranten, analysiert Sapper, der in Berlin als Chefredakteur der Fachzeitschrift „Osteuropa“ arbeitet: „Sie sind ein Signal: Wir müssen jetzt die Reihen schließen.“  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Forum Showdown mit Putin — Kann Nawalny Russland verändern?

Michael Risel diskutiert mit
Dr. Jan C. Behrends, Historiker, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Gesine Dornblüth, freie Journalistin
Rüdiger von Fritsch, bis 2019 Botschafter in Moskau  mehr...

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Kulturmedienschau Kampf gegen die Kultur in Russland — Regisseur Kirill Serebrennikow muss sein Theater aufgeben | 4.2.2021

Mitten in dem politischen Beben rund um den Fall Nawalny in Russland ist auch noch ein anderes stilles Kulturverschwinden anzuzeigen: der russische Theater-, Film- und Opernregisseur Kirill Serebrennikow muss seine Bühne, das Gogol-Zentrum zu Ende Februar aufgeben, so lauteten jetzt ein paar dünne Sätze aus der Kulturabteilung der Moskauer Stadtverwaltung.  mehr...

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