Baden-Baden Rudolf Tonello: Eine verhängnisvolle Diagnose

Stolperstein in der Oliverstraße 1

Wer unter Depressionen litt, psychisch labil war oder alkoholkrank, führte den Nationalsozialisten zufolge ein "lebensunwertes Leben". Wer sich in psychiatrischer Behandlung befand, dessen Todesurteil war bereits unterschrieben – so auch das von Rudolf Tonello.

Kurzbiografie:

Rudolf Tonello (*16.3.1899) war der Sohn eines italienischen Handwerkers und einer deutschen Mutter. Nachdem seine Mutter gestorben war, heiratete der Vater erneut, doch das Verhältnis zur Stiefmutter war schlecht. Rudolf Tonello wanderte nach Italien aus, heiratete dort und arbeitete in einem Steinbruch.

Als es später zu einem schweren Unfall im Steinbruch kam, kehrte er – aus Angst, der Unfall könne ihm angelastet werden – ohne seine Familie nach Baden-Baden zurück. Sein psychischer Zustand war labil und es ging ihm zunehmend schlechter.

Nach zwei Selbstmordversuchen wurde er an Silvester 1930 in die Heil- und Pflegeanstalt Illenau eingewiesen. Noch im selben Jahr wurde er nach Emmendingen zwangsverlegt. Am 8.7.1940 wurde Rudolf Tonello im Rahmen der NS-Massenmorde an geistig behinderten und psychisch kranken Menschen, der so genannten Aktion T4 in der Tötungsanstalt Grafeneck ermordet.

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