Landau Rudolf Metzger: Ein Freund warnt ihn

Stolperstein im Marienring 13

Rudolf Metzger durfte von 1933 an seinen Beruf als Amtsanwalt mehr ausüben. Er galt als Beamter "nicht-arischer" Herkunft und wurde vom Dienst suspendiert.

Porträtfoto von Rudolf Metzger nach dem Krieg (Foto: Paul von Schie -)
Paul von Schie -

Kurzbiografie:

Rudolf Metzger wurde 1903 als Sohn eines jüdischen Weinhändlers und einer Französin geboren. Er lebte zusammen mit den Eltern und seinen sechs Geschwistern in einem bürgerlichen Stadthaus im Landauer Westring.

Rudolf Metzger studierte Jura und erlangte bereits nach zwei Jahren den Doktortitel.

Das Justizgebäude in Landau heute (Foto: SWR, SWR - Helga Schreieck)
Das Justizgebäude im Marienring 13 in Landau. Hier arbeitete Rudolf Metzger bis zu seinem Berufsverbot im Jahr 1933. SWR - Helga Schreieck

Nach seinem Berufsverbot 1933 lebte er noch etwa vier Jahre in seiner Heimatstadt.

Durch einen Freund wurde er gewarnt: Metzger sollte in ein KZ verschleppt werden. Mit dem Fahrrad floh Rudolf Metzger über das Elsass nach Paris.

Dort unterrichtete er Sprachen. Kurz bevor die Wehrmacht Paris einnahm, setzte er sich nach Marseille ab und von dort nach Nordafrika. In französischer Uniform kämpfte Rudolf Metzger dort bei den Freien Französischen Streitkräften.

Aktuelle Aufnahme des Elternhauses von Rudolf Metzger in Landau (Foto: SWR, SWR - Helga Schreieck)
Das Elternhaus von Rudolf Metzger, Westring 29 in Landau. SWR - Helga Schreieck

1945 kam er als französischer Soldat zurück nach Landau und beschlagnahmte dort sein eigenes Elternhaus, damit die Familie es wieder bekommen konnte. Die nächsten Jahre lebte er aber im noch französischen Saarbrücken und arbeitete als Staatsanwalt.

1956 zog er als Pensionär wieder in sein Landauer Elternhaus und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1990.

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