Gespräch

Ralf Fücks (Grüne): FDP und Grüne stehen für Aufbruch

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INTERVIEW
Philine Sauvageot

Ein Bündnis zwischen FDP und Grünen könne nach Jahren zäher Stagnation die nötige Aufbruchsstimmung erzeugen, sagt der Grünen-Politiker Ralf Fücks in SWR2. In der Bildungs- und Einwanderungspolitik, aber auch beim Thema Bürgerrechte im Internet gäbe es viele Gemeinsamkeiten. Fücks ist überzeugt: Unsere Gesellschaft brauche beides: Mehr Liberalität und Unternehmerinitiative und mehr Ökologie und Klimaschutz.

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Eine Koalition mit FDP und Grünen könne gelingen, wenn gemeinsame Projekte im Vordergrund stünden und der eigene Erfolg nicht auf Kosten der Koalitionspartner gesucht werde.

Entscheidungen über Koalitionsverhandlungen erwartet

Nach der Sondierung zwischen Union und Grünen am Dienstag werden Entscheidungen darüber erwartet, welche Parteien Verhandlungen über ein Regierungsbündnis aufnehmen. Als wahrscheinlich gelten Verhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP über eine sogenannte Ampel-Koalition.

Der Grünen-Politiker Ralf Fücks war langjähriger Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und hat mit Marieluise Beck 2017 das Zentrum für Liberale Moderne gegründet, das die offene Gesellschaft gegen autoritäre Tendenzen verteidigen soll.

Gespräch Yasmine M'Barek: Klimaschutz wichtigster Grund für Jüngere, Grüne oder FDP zu wählen

Klimaschutz sei für junge Leute einer der wichtigsten Beweggründe gewesen, Grüne oder aber auch FDP zu wählen, so Yasmine M'Barek, Journalistin bei der Wochenzeitung „Die Zeit“, in SWR2. „Auch junge Konservative und Liberale geben als eines der wichtigsten Themen Klimaschutz an", so M'Barek mit Blick auf die Spitzenergebnisse beider Parteien bei Erstwählerinnen und Erstwählern. Gerade die FDP habe zu den Themen Corona und Digitalisierung einen guten Wahlkampf geführt, was die anderen Parteien nicht getan hätten. Und M'Barek weiter: „Der Konsens, dass die Klimakrise angegangen werden muss, ist nicht nur in einem grünen oder linken Lager zu verzeichnen, sondern prinzipiell." Deshalb, sagt M'Barek, würde sie die junge Generation nicht als „Generation Greta" bezeichnen, sondern als „kluge Generation, die sich ihres größten Problems bewusst ist".
Ob sich FDP und Grüne dabei zu den neuen Volksparteien entwickelten, lasse sich jetzt noch nicht sagen. Union und SPD jedoch seien es nicht mehr. Das bedeute jedoch nicht, so M'Barek, dass sich in den unterschiedlichen Präferenzen von Jüngeren und Älteren ein großer Generationenkonflikt abbilde. Sie sehe den „Twist" nicht, dass die Älteren mit Blick auf die Klimafrage gleichgültiger seien. Allerdings hätten sich die Jüngeren in der Corona-Krise alleingelassen gefühlt, von der Politik vergessen. Ein Wahlrecht ab 16 sehe sie kritisch, so M'Barek. Auch die AfD liege bei den Jüngeren weit vorn.  mehr...

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