Ein Portät der Queen in jungen Jahren in einem Blumenmeer (Foto: IMAGO, ZUMA Wire)

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Abschied von Queen Elizabeth II. – Das Ende einer Ära

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Franziska Kiedaisch und Samira Straub

Kein britisches Staatsoberhaupt regierte so lange wie sie: 70 Jahre lang war Queen Elizabeth II. Königin. Am 8. September ist sie im Alter von 96 Jahren auf Schloss Balmoral gestorben.

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Millionen Menschen gedenken der Jahrhundertkönigin

Hunderte Staatsoberhäupter aus aller Welt kamen zur Beisetzung nach London, Hunderttausende säumten die Straßen der Stadt und Millionen Menschen auf dem Globus verfolgen das Geschehen am Fernseher.

Nachdem sich vier Tage lang die Britinnen und Briten in der Westminster Hall von Queen Elisabeth II. verabschieden konnten, fand am 19. September die Beisetzung in Schloss Windsor statt.

Das gesamte Tagesprogramm wird untermalt von sorgfältig ausgewählter musikalischer Begleitung. Hier finden Sie einen Überblick über die gespielte Musik.

Queen Elizabeth II. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / abaca)
Queen Eizabeth II. ist tot. Hunderte Staatsoberhäupter aus aller Welt erwiesen ihr in London die letzte Ehre. picture alliance / abaca

Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters hatte die damals 25jährige Elizabeth am 6. Februar 1952 den britischen Thron bestiegen. Ihre Krönung fand am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey in London statt. Als Königin erlebte sie den Zerfall des britischen Weltreichs und den Kalten Krieg. Auch in stürmischen Zeiten galt sie als moralischer Anker der Monarchie in Großbritannien.

Spotify-Playlist: Die Lieblingssongs der Queen

Queen Elizabeth II. wusste, welche Musik sie mochte und welche nicht. Welche Hits zu ihren Favoriten gehört haben könnten, hören Sie in unserer Spotify-Playlist, basierend auf einer Recherche der BBC.

Archivradio zur Krönung von Queen Elizabeth II. 1953:

 

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Über 73 Jahre Ehe mit Prinz Philip

Doch zuletzt ging es der 96-jährigen Regentin nicht mehr gut: Nachdem ihr Mann Prinz Philip im April 2021, zwei Monate vor seinem 100. Geburtstag, gestorben war, wirkte die Queen zerbrechlicher denn je. Die Ehe des Paars dauerte 73 Jahre und 140 Tage an.

Prinzessin Elizabeth und Philip Mountbatten bei ihrer Hochzeit am 20. November 1947 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Die damals 21jährige Elizabeth trug zur Hochzeit mit Prinz Philip ein vom Hofdesigner Sir Norman Hartnell entworfenes Kleid, das mit Kristallen und insgesamt 10.000 Perlen verziert war. Picture Alliance

So nahm Elizabeth an den Feierlichkeiten zu ihrem 70. Thronjubiläum im Juni dieses Jahres aus gesundheitlichen Gründen nicht teil, sondern verfolgte das Spektakel lediglich aus dem Buckingham Palace.

„I declare before you all that my whole life, whether it be long or short, shall be devoted to your service and the service of our great Imperial family to which we all belong.“

SWR2 Forum zum 70. Thronjubiläum der Queen:

  

Forum 70 Jahre ohne Macht – Wie die Queen ihr Reich bewahrt

Thomas Ihm diskutiert mit
Dr. Almuth Ebke, Historikerin, Universität Mannheim
Anne McElvoy, The Economist, London
Jörg Schindler, Der SPIEGEL, London  mehr...

SWR2 Forum SWR2

Der Tod von Lady Di brachte das Ansehen von Queen Elizabeth kurzzeitig ins Wanken

Als sich die Königin nach dem tragischen Unfalltod ihrer Schwiegertochter Diana im September 1997 tagelang nicht öffentlich äußerte, geriet sie ins Kreuzfeuer der Medien und verlor auch an Ansehen im Volk.

Nach einer Ansprache, in der sie ihre Bewunderung für Diana und ihre „großmütterlichen Gefühle“ für ihre beiden Enkelkinder William und Harry zum Ausdruck brachte, verflog die negative Stimmung.

SWR2 Archivradio zur Trauerfeier von Lady Diana und der Reaktion der Queen:

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Die bodenständige und zupackende Macherin

Trotz anhaltender Kritik an einzelnen Mitgliedern der Königsfamilie war Elizabeth II. im Vereinigten Königreich bis heute äußerst populär – Umfragen in der Bevölkerung bestätigen die Beliebtheit der Queen regelmäßig. 

Queen Elizabeth II. sitzt vor einem Fenster (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Beim Volk beliebt: Wie regelmäßig stattfindende Umfragen immer wieder zeigten, galt Queen Elizabeth II. bei der britischen Bevölkerung als eines der populärsten Mitglieder des Königshauses. Picture Alliance

Und doch haftete Elizabeth II. bis zuletzt weniger die Aura aristokratischen Dünkels als vielmehr der Habitus einer bodenständigen und zupackenden Macherin an. 

Ihre große Leidenschaft galt den Tieren: Als passionierte Pferde- und Hundeliebhaberin ritt sie nicht nur bis ins hohe Alter, sondern züchtete auch Corgis, eine walisische Hunderasse, für die auch ihre Mutter Elizabeth ein Faible hatte. 

Queen Elizabeth II. starb am Nachmittag des 8. September 2022 auf Schloss Balmoral – an einem Ort, den sie immer besonders schätzte.

Die königliche Familie vor Schloß Balmoral im Jahr 1960 (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Besonders ihre Corgis spielten eine wichtige Rolle im Leben von Queen Elizabeth II. Das Foto aus dem Jahr 1960 zeigt die königliche Familie mit den Hunden vor Schloss Balmoral. Picture Alliance

Mehr zu Queen Elizabeth II. und dem britischen Königshaus:

Gespräch Historiker Anthony Glees zum Tod der Queen: Elizabeth II. war den Menschen erstaunlich nahe

Am Tag nach dem Tod der Queen empfinde er größere Trauer als zuvor, sagt der Historiker und Politikwissenschaftler von der University of Buckingham Anthony Glees in SWR2. Auch weil jetzt das Bewusstsein der politischen Krisen einsetze, in denen sich das Vereinigte Königreich befinde.
Queen Elizabeth habe sich große staatliche Verdienste erworben, ihre Vernunft, ihr common sense seien für Britinnen und Briten immer ein Rückhalt gewesen. Einmal sei ihm die Königin mit Prinz Philip auf der Straße zufällig begegnet, auf dem Weg vom Auto zu einem diplomatischen Empfang. „Sie hat mir zugewinkt und zugelächelt“, erinnert sich Glees. „Das war ein komisches Gefühl“, eine Vertrautheit gegenüber einem ganz normalen Staatsbürger. Genau dieses Gefühl sei Millionen Britinnen und Briten vertraut.
Auch wenn die Queen in der Öffentlichkeit so gut wie keine Emotionen gezeigt habe, sei ihr britischer Humor bemerkenswert gewesen. Als Persönlichkeit habe sie sich eine erstaunliche Normalität bewahrt, Persönlich sei sie eine typische britische Frau gewesen, der man verzeihen müsse, dass sie ihre Hunde und Pferde scheinbar lieber gehabt habe als ihre Kinder – angesichts all dessen, was ihre Kinder ihr angetan hätten.  mehr...

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Gespräch Charles III auf Besuch in Nordirland: Was bleibt vom Vereinigten Königreich nach dem Tod der Queen?

„Ich glaube, es wird schwierig für King Charles III.“, sagt der deutsch-irische Journalist Rolf Sotschek zum Zusammenhalt des britischen Königreichs nach dem Tod von Queen Elizabeth II. im SWR2 Gespräch. Charles habe immer als etwas schrullig gegolten, Bäume umarmt und sich in architektonische Fragen eingemischt . Er habe auch nicht die gleiche Ausstrahlung, sei nicht so beliebt, vielleicht könne er sich dies aber noch erarbeiten, so Sotschek: „Ob er aber wirklich diese Rolle so einnehmen kann, wie seine Mutter das getan hat, bezweifle ich.“  mehr...

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Royals Andrew, Meghan, Diana: Die dunklen Schatten der Regentschaft von Queen Elizabeth

Das Königshaus der Windsors nennt sich selbst auch die „Firma“. Trotz der großen Beliebtheit der verstorbenen Königin war die Regentschaft von Elizabeth II. auch überschattet von den Skandalen dieses Unternehmens.  mehr...

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Gespräch Eine Nation feiert die Queen: Würdigung für außergewöhnliche Lebensleistung

Die Feierlichkeiten zum 70. Thronjubiläum der Queen gelten vor allem der Person der Königin und nicht der Institution, sagt Anthony Glees. Aber auch die Monarchie ist bei der Mehrheit beliebt.  mehr...

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Aula Der „Megxit“ und die Krise des britischen Königshauses

Dass Prinz Harry und seine Frau Meghan sich in den USA ein bürgerliches Leben, ganz ohne Adelstitel, aufbauen, ist ein ungewöhnlicher Schritt und wirft die Frage auf, ob die britische Monarchie in einer Krise steckt.
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17.10.1956 Queen weiht erstes Atomkraftwerk des Westens in Calder Hall ein

17.10.1956 | 1956 geht im englischen Lake District das Kernkraftwerk Calder Hall ans Netz. Im Archiv des Südwestfunks ist die Aufnahme mit „Erstes Atomkraftwerk der Welt“ beschriftet, doch tatsächlich ging bereits vier Monate zuvor in der Sowjetunion bereits das Kernkraftwerk Obninsk in Betrieb. Bei der Kernenergie gab es also wie auch in der Raumfahrt einen technischen Wettlauf zwischen Ost und West. Vorreiter im Westen ist Großbritannien. Die junge Königin Elizabeth II höchstpersönlich ist dabei, als das Kraftwerk ans Netz geht. Deutschland ist vertreten durch Franz Josef Strauß, der zwar schon Verteidigungsminister ist. Seine Amtszeit als Atomminister sollte eigentlich schon zu Ende sein. Aber das Spektakel in England wollte er sich nicht entgehen lassen, deshalb hat er seine Ministerurkunde als Atomminister noch behalten, obwohl sein Nachfolger bereits im Amt ist. Diese Verwicklungen erklärt er recht vergnügt am Schluss des Beitrags selbst. Reporter ist der Wissenschaftskorrespondent des SWF Ernst von Khuon. | Kernenergie  mehr...

Gespräch „Die Queen – Schicksalsjahre einer Königin“: SWR-Doku liefert Hintergründe zum Thron-Jubiläum

70 Jahre auf dem Thron: Natürlich sind die meisten Bilder der Queen aus der Zeit ihrer Regentschaft bekannt, sagt Mark Willock, SWR Redakteur in der Redaktion „Zeitgeschehen“, in SWR2. Aber die sechsteilige Doku „Die Queen – Schicksalsjahre einer Königin“ zeige für viele der Bilder einen bislang unbekannten zeitgeschichtlichen Hintergrund. So habe man es lange für einen spontanen Auftritt der königlichen Familie gehalten, als sie am 8. Mai 1945 nach dem Sieg über Hitler-Deutschland mit Premierminister Churchill auf den Balkon von Buckingham Palace getreten sei. Tatsächlich sei dieser Auftritt im Palast genau geplant worden. Ähnliches gelte für die Zeit, in der die Öffentlichkeit auf die Hochzeit der Queen mit Prinz Philipp vorbereitet worden sei. Das Königshaus habe die Berichterstattung darüber mit den wichtigen Zeitungen wie in einer Kampagne abgestimmt.  mehr...

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Franziska Kiedaisch und Samira Straub