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Einsamkeit, Depressionen, soziale Isolierung: In der Pandemie leiden gerade Studienanfänger unter der digitalen Lehre. ,,Für sie war es eine sehr, sehr große Herausforderung, überhaupt am Studienort anzukommen und sich ein soziales Netz aufzubauen", sagt der Psychologe Stefan Balz, Leiter der Beratungsstelle des Studierendenwerks der Universitäten Tübingen und Hohenheim in SWR2.

Der Mangel an Erfahrungen im sozialen Miteinander sei unwiederbringlich. Auch die Autonomie und Selbständigkeit der jungen Erwachsenen könne sich kaum entwickeln, wenn sie statt am Studienort im Elternhaus wohnen. Viele Studierende hätten sich aber in ihrer Not von der Politik nicht gesehen gefühlt.

Gespräch Endlich sind auch Studierende an der Reihe: 30.000 Impfdosen für Hochschulen in Rheinland-Pfalz

Die Kampagne kommt gut an, sagt die rheinland-pfälzische Asten-Sprecherin Hannah Trippner in SWR2 zum Start von Impfungen an sechs rheinland-pfälzischen Hochschulen mit je 5.000 Biontech-Impfdosen. Die Impfaktion sei Ausdruck einer Wertschätzung, die vielen Studierenden bislang gefehlt habe, zumal sich alle in der Krise solidarisch verhalten hätten. Es sei zwar richtig gewesen, so die Studentin aus Landau, zuerst die vulnerablen Gruppen zu schützen. Man dürfe Betroffene nicht gegeneinander ausspielen. Dennoch sei die Impfaktion ein Schritt zu mehr Generationengerechtigkeit. Sie appelliere an alle Studierenden, von dem Impfangebot Gebrauch zu machen.
Einige Studierende an den Hochschulstandorten Kaiserslautern, Koblenz, Landau, Ludwigshafen, Mainz und Trier seien bereits geimpft. Beispielsweise hätten Tutor*innen zur dritten Gruppe der Impfpriorisierung gehört. Zugleich hielten sich viele wegen des Online-Betriebs nicht am Studienort auf. Die Asten-Sprecherin geht deshalb davon aus, dass es bei der Impfaktion an den rheinland-pfälzischen Hochschulen nicht zu einer Überbuchung kommen wird.
Aus studentischer Sicht seien schnelle Impfungen unerlässlich, damit Studieren in Präsenz wieder möglich werde. „Diese Pandemie hatte viele Rattenschwänze für Studierende“, sagt Hanna Trippner. Dazu hätten neben dem reduzierten Studienangebot auch Vereinsamung und finanzielle Probleme gehört. Es sei daher wichtig, dass die Politik dies bei der Beurteilung des Studienverlaufs berücksichtigt habe und beispielsweise die Zahlung von Bafög verlängert werden könne.  mehr...

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Hochschule Studieren in der Corona-Pandemie

Keine Vorlesungen an der Uni, keine Lerngruppen, keine Partys: Viele haben sich ihr Studium anders vorgestellt. Hinzu kommen Geldsorgen und der Druck, sich trotzdem zu motivieren.  mehr...

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