Gespräch

Pharmazie-Professor Thorsten Lehr: „Ein harter Lockdown für alle ist unausweichlich“

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INTERVIEW
Philine Sauvageot

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2G- und 3G-Regeln für Veranstaltungen und Gastronomie reichen nicht mehr

Reisebeschränkungen, Kontaktbeschränkungen, Lockdown: Es gibt keinen anderen Weg, um den rasanten Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen, davon ist Thorsten Lehr überzeugt. An der Universität des Saarlandes prognostiziert der Professor für klinische Pharmazie die Ansteckungswellen in der Corona-Pandemie und hält 2G- und 3G-Regeln für Veranstaltungen und Gastronomie, wie sie aktuell auch im Bundestag zur Diskussion stehen, nicht für ausreichend. Die Ungeimpften würden sich dann eben an anderen Orten treffen und sich anstecken. Dass die Ampel-Parteien im Wahlkampf einen erneuten Lockdown ausgeschlossen haben, sei nicht haltbar.

Ein Lockdown für Ungeimpfte ist praktisch nicht durchsetzbar

Die Gründe für die schnelle Ausbreitung der Infektionen seien vielfältig, erklärt Lehr. Einerseits seien wir unvorsichtiger geworden angesichts der Lockerungen im Sommer, andererseits wirke der Impfschutz nicht so lang wie erhofft und die mutierte Delta-Variante sei schlicht viel ansteckender.

Ein Lockdown für Ungeimpfte, wie er gerade in Österreich eingeführt wurde, sei praktisch nicht durchsetzbar, so Lehr weiter. Deshalb sei es besser, jetzt für zwei bis drei Wochen strenge Maßnahmen für alle zu erlassen und danach mit einer 2G-Regelung gut durch den Winter zu kommen. Auch eine Impfpflicht müsse diskutiert werden, wolle man nicht nächsten Winter in eine ähnliche Situation kommen.

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Philine Sauvageot