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Die Präsidentin des Deutschen Kulturrates, Susanne Keuchel, fordert in der Corona-Pandemie mehr finanzielle Unterstützung für die Kulturbranche und eine langfristigere Perspektive. Im SWR Tagesgespräch sagte Keuchel, bisher hätten vor allem Solo-Selbstständige kaum profitiert. Die „Einnahmeeinbußen müssen kompensiert werden.“

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Man müsse wegkommen von der reinen Orientierung auf Corona-Fallzahlen und hier langfristige Perspektiven schaffen. Die Kulturbranche sei eine der ersten Branchen gewesen, die wegen Corona habe schließen müssen und auch im Dezember und Januar, vielleicht noch viel länger brach liegen werde.

Es brauche „kreative Lösungen“, um „alternative Formen gesellschaftlichen Lebens zu eröffnen“. Im SWR sagte Keuchel, es gebe viel Verständnis für die Maßnahmen und auch Initiativen, zum Beispiel Räume von Museen und Musikschulen und auch pädagogisches Personal für den Schulunterricht in Corona-Zeiten zur Verfügung zu stellen.

Gespräch Kulturbetrieb im Teil-Lockdown: Vor allem Privattheater und freiberuflichen Künstler sind existentiell sehr gefährdet

Es scheint ziemlich sicher, dass Bund und Länder beim morgigen Corona-Gipfel eine Verlängerung der Theaterschließung bis Weihnachten beschließen werden. „Ich glaub, wir brauchen alle jetzt mal ein bisschen Gelassenheit. Es ist einfach richtig, solidarisch zu sein mit den ganzen anderen Einrichtungen," sagt Burkhard Kosminski, Intendant am Schauspiel Stuttgart, in SWR2 Kultur Aktuell. Die Stimmung insgesamt in der Theaterszene sei allerdings eher gemischt. Die einen Intendanten seien für Durchhalten und die anderen wollten unbedingt spielen. „Das muss jedes Haus und jede künstlerische Leitung für sich entscheiden“. Wozu es nicht kommen dürfte, wären die Kürzung von freiwilligen Leistungen in den Kommunen. Die Kommunal- und Staatstheater sein unter dem Schirm der Kurzarbeit relativ gut abgesichert. Da sei aber überhaupt kein Vergleich zu Privattheatern oder freiberuflich Arbeitenden. Für deren Schutz gälte es alles zu tun vonseiten der Politik und der Kommunen, so Kosminski.  mehr...

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