Gespräch

Politologin Saaba Nur-Chema zur documenta: Andere Bezüge von Antisemitismus im globalen Süden

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AUTOR/IN
Doris Maull

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Zwar habe der Antisemitismus seine Ursprünge in Europa, sagt die Politologin Saaba Nur-Chema in SWR2. „Aber es ist klar, dass wir es im globalen Süden mit neuen Assimiliationsformen von Antisemitismus zu tun haben, wo tatsächlich mit alten Bildern gearbeitet wird“, so Nur-Chema mit Blick auf das Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi bei der Kasseler Kunstmesse documenta fifteen.

Die Politologin Saba-Nur Cheema  (Foto: IMAGO, IMAGO / Manfred Segerer)
Die Politologin Saba-Nur Cheema IMAGO / Manfred Segerer

Man müsse jedoch sehen, dass die Beziehung dieser Gesellschaften zum Staat Israel eine andere sei. Indonesien greife als frühere Kolonie auf andere Erfahrungen zurück. Saaba Nur-Chema arbeitet an der Frankfurter Universität an einem Projekt zu Antisemitismus im Bereich der Erziehung im Vor- und Grundschulalter.

Bei einer Podiumsdiskussion über Antisemitismus in der Kunst auf der Kasseler documenta fifteen hatten unter anderem Meron Mendel vom Anne Frank Haus und der Kurator der letzten Documenta, Adam Szymczyk, gesprochen.

Kulturmedienschau Forderung nach Konsequenzen im Documenta-Skandal | 29.6.2022

Eine Woche nach dem unverzeihlichen Skandal auf der documenta15, als auf der größten Kunstausstellung Deutschlands ein Wandbild mit antisemitischen Hetzbildern präsentiert wurde, halten die Verantwortlichen noch immer die Füße still. Wer übernimmt denn jetzt die Aufgabe, das Ansehen der documenta zu retten und wirkliche Reformen anzugehen – fragt heute das Feuilleton.  mehr...

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Kunst documenta fifteen: Das Ruruhaus als Keimzelle des Lumbung-Konzepts – Beuys lässt grüßen

Make friends, not art – mit diesem leicht ironischen Satz erhebt das indonesische Kuratorenkollektiv Ruangruppa den gemeinsamen kreativen Austausch im ruruhaus auf der documenta fifteen in Kassel zur höchsten Kunstform. Das erinnert an Joseph Beuys Einsatz für eine direkte Demokratie, es gibt aber auch Unterschiede.  mehr...

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Was geht - was bleibt? Zeitgeist. Debatten. Kultur. Antisemitismus: Die Desaster-Documenta

Monatelange Warnungen und Debatten und dann ist es genauso gekommen: Antisemitische Abbildungen auf der Documenta. Der Schaden für die weltweit wichtigste Kunstausstellung ist enorm. Zu allem Überfluss fehlt eine Person, die klar die Verantwortung übernimmt, sagt Jan Tussing im Podcast. Außerdem erklärt Andrea Geier, Kulturwissenschaftlerin von der Uni Trier, die vertrackte Geschichte des Antisemitismus in antikolonialen Kontexten.

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Host: Philine Sauvageot
Redaktion: Max Knieriemen, Pia Masurczak und Philine Sauvageot  mehr...

Gespräch Skandal auf der documenta – „Antisemitismus ist nicht kontextabhängig“

Es sei enttäuschend, dass die documenta die antisemitischen Darstellungen als kulturspezifische Interpretation bezeichnet, sagt die Kulturwissenschaftlerin Andrea Geier von der Universität Trier. Vielmehr müsse man jetzt fragen, wieso antisemitische Bildtraditionen auftauchen konnten. Dass das Banner mehrmals so habe ausgestellt werden können, verweise auf eine erschreckende Ignoranz im globalen Kunstraum.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Kulturmedienschau Documenta-Desaster geht weiter | 24.6.2022

Das Documenta-Desaster in Kassel beschäftigt weiter die Feuilletons und damit die SWR2-Kulturmedienschau. Die SZ prüft die strafrechtliche Relevanz der dort gezeigten antisemitischen Kunstwerke und kommt in einem Fall zu einem Schuldspruch. Problematisch nur: Wer trägt bei Künstler- und Kulturpolitikerkollektiven die Verantwortung?  mehr...

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Gespräch Documenta in Kassel: Antisemitisches Kunstwerk abgehängt – Aber der Schaden bleibt

Der Schaden für die Documenta, für die Stadt Kassel und für die deutsche Kunstszene sei groß, sagt Kulturjournalistin Maria Ossowski. Erst wurde das Kunstwerk des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi, das auf der Documenta in Kassel auf einem zentralen Platz in der Innenstadt gezeigt wird, als antisemitisch kritisiert, dann verhüllt, nun soll es komplett entfernt werden. Die Geschäftsführerin der Documenta, Sabine Schormann, hätte sich alle auf der Documenta gezeigten Bilder vorher ansehen müssen, sagt Maria Ossowski, als Geschäftsführerin habe sie die Verantwortung: „Die Veröffentlichung antisemitischer Bilder ist ein Straftatbestand in Deutschland. Das hätte man verhindern müssen.“ Alle Verantwortlichen müssten jetzt um Verzeihung bitten und Stellung beziehen, fordert Maria Ossowski. Mit den Künstlern brauche es keinen Dialog, wer das präsentiere, mit dem brauche man nicht mehr reden. „Wir müssen innerhalb unserer politischen Verantwortlichkeiten und der künstlerischen Verantwortlichkeiten überlegen, wie kann sowas nie wieder passieren“, fordert Ossowski.  mehr...

SWR2 Kultur aktuell SWR2

Kunst Trotz Debatte im Vorfeld: Antisemitische Darstellung auf der documenta fifteen

Kurz nach der Eröffnung der documenta fifteen fachen neue Vorwürfe die seit Monaten schwelende Antisemitismus-Debatte um die Schau weiter an. Der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, forderte die Verantwortlichen der Weltkunstausstellung in Kassel auf, einen Beitrag des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi wegen antisemitischer Motive zu entfernen.  mehr...

Kunst Steinmeier zwischen den Stühlen auf der documenta fifteen

Die documenta fifteen wird bei den Besucher*innen dieses Wochenendes bisher überwiegend positiv aufgenommen, doch eine Antisemitismus-Debatte trübt die gute Laune.  mehr...

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Kultur Die documenta in Kassel – Weltkunst in der deutschen Provinz

Die documenta ist eine der wichtigsten Kunstausstellungen weltweit. In Kassel war sie nicht immer beliebt. Auch die aktuelle documenta fifteen, die am 18. Juni 2022 öffnet, ist umstritten.  mehr...

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Doris Maull