Deutscher Pflegetag

Pflegeratspräsidentin Christine Vogler: Pflegenotstand in Deutschland betrifft uns alle

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AUTOR/IN
Wilm Hüffer

Gut vier Millionen Menschen sind in Deutschland aktuell auf professionelle Pflege angewiesen, Tendenz steigend. Gleichzeitig „fehlen uns nach wie vor zehntausende von Pflegefachpersonen, daran ändert sich wirklich überhaupt nichts“, sagt Christine Vogler bei SWR2. Die Präsidentin des Deutschen Pflegerats warnt vor einem massiven Pflegenotstand in Deutschland.

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Gute Pflege nicht mehr zu leisten

Aber nicht nur der Personalmangel sei ein Problem, auch die Qualität der geleisteten Pflege leide massiv unter den prekären Arbeitsverhältnissen, erklärt Vogler. „Die Pflegenden fragen sich vor Dienstbeginn nicht, wie kann ich meinen Job gut machen, sondern was kann ich überhaupt leisten“, so Vogler, trotzdem handle die Politik kaum. Die Pflegeratspräsidentin stellt deshalb die Frage, ob pflegerische Versorgung in Deutschland überhaupt Priorität hat.

Pflegepersonal muss besser ausgebildet werden

Darüber hinaus fehle in Deutschland, im Vergleich zu anderen Ländern, das Verständnis für die fachlichen Herausforderungen des Berufs, so Vogler. „Wir wissen, da wo sehr gut ausgebildetes Pflegepersonal ist, ist die Sterblichkeit geringer und die Gesundungsrate sehr viel höher", erklärt Vogler, „und wir diskutieren im Gegensatz dazu seit Jahren darüber, den Einstieg in den Beruf immer weiter abzusenken!“. Aus diesem Grund müsse Deutschland dringend mehr Geld für die Aus- und Weiterbildung von qualifizierten Fachpersonal bereit stellen, so Vogler, andernfalls werde sich der Pflegenotstand in Deutschland weiter zuspitzen.

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