Gespräch

Omas gegen Rechts mit Paul-Spiegel-Preis ausgezeichnet

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Doirs Maull

„Der Spiegel-Preis ist für uns Omas gegen Rechts eine ganz besondere Auszeichnung“, sagt Anna Ohnweiler bei SWR2. „Er ist auch deshalb so wertvoll, weil er uns zeigt, dass wir wahrgenommen werden und dass es uns auch in unserem Alter noch gelingt, Zeichen zu setzen.“

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Die Zivilgesellschaft ist gefordert

Dabei haben sich die Omas während der Pandemie erst wieder neu finden müssen und sich mit den neuen Medien auseinandersetzen müssen, um sich zu organisieren. Allerdings ist das Thema für die Omas dasselbe geblieben.

„Wir musste feststellen, dass auch die Querdenker oder auch nachher die Spaziergänger dann doch sehr stark von Rechtsextremen gesteuert worden sind. Und das können wir so nicht stehen lassen, wenn plötzlich Judensterne mit der Aufschrift „ungeimpft“ auftreten oder wenn man vor öffentliche Einrichtungen Kinderschuhe hinstellt. Ich war in Auschwitz und habe die Kinderschuhe dort gesehen. Das ist ein Symbol des Todes. Und so etwas können wir nicht akzeptieren, denn das ist eine Relativierung des Holocausts!“, so Ohnweiler.

Wenn die AfD nun eine Wahl nach der anderen verliert, ist Ohnweiler zufrieden, würde das aber nie als alleinigen Verdienst ihrer Omas ansehen: „Ich glaube, wir sind ein kleines Rädchen im Gefüge. Aber die Zivilgesellschaft ist gefordert, und das spielt auch das Alter keine Rolle. Wir sind ja Kriegskinder und Nachkriegskinder. Ich bin 1950 geboren. Und wir wissen, was passiert, wenn man nicht darauf achtet: nämlich, dass Demokratie zersetzende Parteiengruppierungen und Initiativen dann wieder die Oberhand gewinnen."

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