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„Der Rat aller Epidemiologen war, so auf jeden Fall jetzt nicht zu öffnen in dieser heiklen Phase mit den neuen Mutationen, die sich schon massiv ausbreiten“, sagt der Journalist Robert Misik zu den neuen Lockdown-Lockerungen in Österreich. Geschäfte können wieder öffnen und Schulen beginnen teilweise im Schichtbetrieb wieder mit Präsenzunterricht. Zur Begründung gibt Österreichs Kanzler Sebastian Kurz an: Die Bevölkerung folgt den Beschränkungen nicht mehr.

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Kurz behaupte zwar von sich, er könne das Land fast nach Belieben führen, meint Misik, doch in Wahrheit lasse er sich von Umfragewerten leiten. Oder genauer: Von einer lauten Minderheit, während die Mehrheit — wie auch in Deutschland — den Beschränkungen sehr wohl Folge leiste.

Popularitätswelle statt Infektionswelle?

„Dass Kurz gewissermaßen gegen die Popularitätswelle agieren muss, und dass er ein Meinungsbildung verändern muss, durch Argumentation, mit dieser Erfahrung war er noch nie konfrontiert und kann er auch offensichtlich nicht“, so der in Wien lebende Journalist und Autor.

Das sei ein Unterschied zu Angela Merkel, die eine ganz, ganz restriktive Linie fahre, auch wenn die Bevölkerungsmeinung vielleicht gelegentlich eine andere ist, sagt Misik, von dem in der kommenden Woche das Buch „Die neue (Ab)Normalität. Unser verrücktes Leben in der pandemischen Gesellschaft“ erscheint.

In Tirol sind bereits mutierte Corona-Viren festgestellt worden

Gar nicht passen wollten zu den Lockerungsübungen die verschärften Kontrollen an den Grenzen und die Meldungen aus Tirol, wo die südafrikanische Variante des Corona-Virus aufgetreten ist und über eine Quarantäne debattiert werde.

Am Montagabend sollten Sonderregelungen beschlossen werden, aber die Entscheidungen wurden vertagt: „Das ist ehrlich gesagt vollkommen unfassbar“, sagt Robert Misik. Auch dort mache man die Öffnung Österreichs mit und Kanzler Kurz schaffe es nicht mal, sich gegen die Landesorgansiation seiner Partei durchzusetzen. So also stünde es um die „Fantasie“ von einem „starken Kanzlers“.

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