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Aus ihren eigenen Erfahrungen mit Hasskommentaren in den sozialen Medien hat Journalistin Nicole Diekmann gelernt: „Wir brauchen die Mitte, die sichtbar wird, hörbar wird“. Es sei nicht der richtige Weg, sich nach negativen Erfahrungen von Plattformen wie Facebook oder Twitter zu verabschieden: „Das bedeutet, dass eine pöbelnde, kriminelle Minderheit die Oberhand gewonnen hat“.

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Auf die Frage, ob zahlenmäßig eine klare Tendenz erkennbar sei, aus welcher politischen Richtung die Angriffe kommen, antwortet Diekmann: „Der Hass, der justiziabel ist, der kommt aus der rechten Ecke. Und: Es sind eher Männer wie Frauen“.

Zwar sei es selten, dass man — wie sie — 4.000 Hass-Kommentare auf einen Post in den sozialen Medien erhalte, doch hätten Studien gezeigt: „Je mehr Reichweite man hat, desto größer ist die Gefahr einen solchen Shitstorm zu erleben“.

Das Paradoxon: Leute lieben Social Media,weil sie ihre Botschaften durch sie spreaden können. Ungefiltert an unzählig viele Menschen. Dieselben Leute schreien aber „ZENSUR! ENDE DER MEINUNGSFREIHEIT!“; weil über den Rückkanal viel Kritik kommen kann. Von unzählig vielen Menschen.

Ihr Plädoyer sei, dass die sozialen Medien von der Gosse wieder zu einer Fußgängerzone werden, in der sich alle bewegen können, so Diekmann, die seit 2015 als Korrespondentin im ZDF-Hauptstadt arbeitet.

International brauche es supranationale Kontrollen, um die Tech-Konzerne als Eigentümer der digitalen Plattformen zu kontrollieren. Ihr Traum: „Wenn ich mir was malen oder backen dürfte, wären es 'United Nations', die sich nur um die sozialen Netzwerke kümmern“.

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