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Vom strafenden Familienoberhaupt zum zugewandten Familienmitglied: Das Selbstverständnis von Vätern habe sich seit den 70er Jahren stark gewandelt, sagt die Historikerin Katja Patzel-Mattern in SWR2.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
12:33 Uhr
Sender
SWR2

In den gesellschaftlichen Umbrüchen jener Zeit, in der Frauen um mehr Partizipation kämpften, sei auch das starre Rollenbild von Vätern als Ernährer und rationaler Kopf der Familie hinterfragt worden. Heute sehe man den Wandel der Vaterschaft etwa in den männlichen Bestrebungen auf Sorgerecht für das eigene Kind.

Trotzdem vollziehen sich Änderungen in den geschlechterspezifischen Rollenbildern nur sehr langsam. Vor allem in der Corona-Krise fielen die meisten auf tradierte Normen zurück. Das sei wenig überraschend, da man sich in einer Krise meistens auf Altbekanntes verließe, sagt Katja Patzel-Mattern.

Katja Patzel-Mattern leitet das Forschungsprojekt „Neue Väter” im Rahmen der Forschung „Kindheit im 20. Jahrhundert” an der Universität Heidelberg.

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"Die Probleme sind schon ohne Corona ganz immens. Es gibt sehr viele Erkrankungen durch die alleinerziehende Situation, psychische und physische. Durch die Coronakrise ist alles nochmal potenziert," sagt Dr. Carmen Eschner, diplomierte Pädagogin und macht in Solingen psychologische Beratung, besonders für Familien. Schon normalerweise gäbe es bei Alleinerziehenden immer die Situation der Ü berforderung und der Depression. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage stünde nahezu jeder zweite Alleinerziehende, 46% , ständig unter Druck. Fast 2/3 der Alleinerziehenden gaben an, an Müdigkeit, Schläfstörungen, Erschöpfung und Burnout zu leiden. "Ich denke, dramatisch wirkt sich bei Eltern und KIndern das Kontaktverbot zu den Großeltern aus. Großeltern sind inzwischen nicht nur Bezug - oder sogar Bindungspersonen, sondern sie leisten sehr viel praktische Unterstützung, gerade bei Alleinerziehenden und Eltern, die beide berufstätig sind. Oft können sie Streit, Stress, Krankheit, vor allem Depression und Burnout durch engagierte Arbeit abmildern oder verhindern," so Eschner. Laut dem Statistischen Bundesamt waren rund 2,17 Millionen Mütter und etwa 407.000 Väter im Jahr 2018 alleinerziehend in Deutschland. 41,5 % der Familien mit einer alleinerziehenden Mutter oder einem alleierziehenden Vater sind in Deutschland von Armut bedroht  mehr...

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