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Negativ-Preis Big Brother Award 2022: Klarna und Lieferando, die ungehemmten Datensammler

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Am 29. April sind die Big Brother Awards 2022 vergeben worden, auch „Oscars für Datenkraken“ genannt. Ausgezeichnet werden damit die größten Datensünder des vergangenen Jahres. Unter den Ausgezeichneten sind in der Kategorie „Arbeitswelt“ der Lieferservice Lieferando sowie der Zahlungsdienstleister Klarna in der Kategorie „Verbraucherschutz“.

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„Was Lieferando an Daten erhebt, ist ein Unding“, sagt Netzaktivist Padeluun im Interview mit SWR2, „und Datenschutz ist Menschenschutz”. Padeluun ist Gründungsmitglied des Vereins Digitalcourage, der jedes Jahr den Big Brother Award vergibt.

Neben dem Lieferdienst Lieferando ist auch der Zahlungsdienstleiter Klarna ein Gewinner dieses Oscars für Datenkraken. „Auch hier schaut der Dienst die ganze Zeit zu, was ich im Netz treibe”, warnt der Netzaktivist. „Es ist ein Inkassounternehmen, das versucht, mit rabiaten Methoden Geld aus einem herauszupressen”.

Jedes Jahr werden die Big Brother Awards als Negativpreis vom Verein Digitalcourage gemeinsam mit weiteren Bürgerinitiativen an Unternehmen, Regierungen, Behörden, Personen vergeben und damit an alle, die intransparent Daten horten und sammeln. Der Big Brother Award wurde am 29. April 2022 in Bielefeld zum 22. Mal verliehen.

Gespräch Staatstrojaner ist Gefahr für die Demokratie: Netzaktivist padeluun über die Verleihung der Big Brother Awards

Unnötig, unwirksam und gefährlich — so beurteilt Datenschützer padeluun vom Verein Digitalcourage den vom Bundestag beschlossenen Staatstrojaner. Damit könnten Geheimdienste sogar verschlüsselte Chats mitlesen. Und: Schon ein Verdacht reiche aus, damit die Behörden tätig werden können. Am  mehr...

SWR2 Journal am Mittag SWR2

Gespräch Nicht Algorithmus, sondern Mechanismus: Rechte Inhalte werden im Netz stark gepusht

„Auch ganz ohne Algorithmen ist all das, was Dummheit ist, wo widersprochen werden muss, wo Leute sich drüber aufregen, wird gepuscht. Das ist das Wesen der Aufmerksamkeitsökonomie“, sagt Padeluun, Künstler und Netzaktivist vom Grundrechte- und Datenschutzverein „Digitalcourage“.
Linke Themen hätten leider nicht so viel Polterpotential, weil da viel Konsens bestehen würde. Auf die Frage, was das Aussage über die Nutzer, wenn rechte Inhalte und rechte Akteure stärker im Netz geklickt werden würden, meint Padeluun, das werfe ein Licht auf die mangelnde Medienkompetenz der Nutzer. Immer wieder würde man sich von „Trollereien antriggern“ lassen, da hätten wir alle noch viel an Medienkompetenzübungen zu machen. Und die meisten hätten das Problem auch noch nicht erkannt.
Deutschland sei angeblich laut Twitter das einzige von sieben untersuchten Ländern, in dem es auf Twitter keine „rechte Algorithmus-Logik“ gäbe. Warum Twitter das gerade jetzt verkünde, hänge, meint Padeluun mit den derzeitigen Koalitionsverhandlungen über Netzregulierung zusammen. Twitter wolle verhindern, dass eine starke Regulierung komme. Und nicht stark zu regulieren, davor könne er die Verhandler nur warnen. „Das betrifft nicht nur Twitter. Das betrifft in besonderem Maße Twitch und Instagramm und Facebook. Da muss extrem hart reguliert werden, in meinen Augen sogar diese Art von Medien komplett verboten werden. Denn es sind nicht Algorithmen, die die Gesellschaft an der Stelle kaputt machen, sondern es sind die Mechanismen, die mit dieser Art Medien nicht in Griff zu bekommen sind,“ so Padeluun.  mehr...

SWR2 am Morgen SWR2

Astronomie Wie steht es um den Datenschutz im Weltraum?

Mittlerweile kreisen knapp 5.000 Satelliten um die Erde und ein Ende ist nicht in Sicht. Satelliten senden nicht nur Informationen oder übertragen Signale, sie empfangen und speichern auch Daten – teilweise auch hochsensible. Diese Gesetze gelten in den unendlichen Weiten des Weltraums.  mehr...

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