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Ein Schlagwort beim Volkskongress in Peking lautet dieses Jahr „weniger Abhängigkeit vom Rest der Welt“. Mit dem „Rest der Welt sei vor allen Dingen die USA gemeint“, sagt in SWR2 Kristin Shi-Kupfer, Professorin für Sinologie an der Universität Trier.

China habe in den letzten Monaten durch den wachsenden Handelskonflikt mit den USA erkannt, dass es vor allem im Bereich der Hochtechnologie abhängig ist von den USA. Deswegen möchte China in den Bereich der Zukunftstechnologien mit mehr Investitionen und konkreten Zielen auf eigene Firmen und Innovationen setzen, so Shi-Kupfer. Das wird eines der Themen beim Nationalen Volkskongress sein.

In Peking kommen ab diesem Donnerstag 5000 Delegierte zu diesem größten politischen Event des Jahres in China zusammen: In der Großen Halle des Volkes tagt zum einen ab heute der Nationale Volkskongress (NVK), das Scheinparlament der Volksrepublik, und bereits seit gestern dessen Beratungsgremium. Die Treffen sind vor allem eine große Show, denn weder Volkskongress noch das Beratungsgremium haben Einfluss auf die Gesetzgebung. Dennoch werden von dem Kongress wichtige Weichenstellungen erwartet, Stichwort Fünf-Jahresplan bis 2025 - aber auch insgesamt: Starkes Militär, robustes Wirtschaftswachstum, weniger Abhängigkeit vom Rest der Welt - und weniger Demokratie in Hongkong.

Kristin Shi-Kupfer ist Professorin für Sinologie an der Universität Trier und Senior Associate Fellow bei MERICS. Sie ist Expertin für Chinas Digitalpolitik, Ideologie und Medienpolitik, Zivilgesellschaft und Menschenrechte.

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